Kartenzahlung macht Außengastronomie spontaner, unkomplizierter – und ein Stück moderner

Wer im Sommer draußen ein kühles Getränk genießt, will nicht erst das Kleingeld zählen: Immer mehr Gäste setzen auf Kartenzahlung, vor allem weil sie Flexibilität schätzen. Laut einer Umfrage sind bargeldlose Zahlungsmethoden mittlerweile fast genauso beliebt wie Bargeld – besonders junge Leute lassen sich so gewinnen.

heute 13:00 Uhr | 3 mal gelesen

Sobald die Sonne auftaucht, zieht es die Leute in Biergärten, auf Sonnenterrassen und in Eisdielen. Interessanterweise haben sich laut einer aktuellen girocard-Studie tatsächlich fast 80 Prozent der Befragten vorgenommen, in den wärmeren Monaten ein Ausflugslokal aufzusuchen. Viele schwärmen mittlerweile geradezu vom Komfort der Kartenzahlung – für 77 Prozent ist das so positiv, dass der Wunsch nach einer Barzahlung fast nebensächlich wirkt. Besonders erwähnenswert: Ein gutes Drittel der Gäste (36 Prozent) greift am liebsten zur girocard, wenn sie bargeldlos bezahlen. Ein Gedanke dazu: Spontan mal noch ein Nachspeise bestellen, ohne vorher den Geldbeutel zu checken? Das gefällt zwei Dritteln der Befragten. Das dürfte für Gastronomen ein Wink mit dem Zaunpfahl sein – mehr Flexibilität heißt offenbar auch mehr Umsatz, denn je unkomplizierter die Bezahlung, desto höher die Bereitschaft zu Zusatzbestellungen. Aber was ist mit denen, die ihre Ausflüge erst ganz kurzfristig entscheiden? Es überrascht kaum, dass besonders die Jüngeren Wert auf bargeldlose Angebote legen: 62 Prozent der 16- bis 29-Jährigen meiden tatsächlich Lokale, in denen sie nicht einfach mit der Karte zahlen können. Und jetzt mal ehrlich: Man will draußen sitzen und entspannen, nicht über Trinkgeld-Grübeleien nachdenken. Trotzdem ist das ein sensibles Thema: Über die Hälfte lobt zwar grundsätzlich die Möglichkeit, auch beim Kartenzahlen Trinkgeld zu geben, doch fast zwei Drittel haben das Gefühl, das Extra-Bargeld sei der ehrlichere (und sicherere) Weg zum Servicepersonal. Das zeigt, dass viele noch Nachholbedarf bei Transparenz und Information in Sachen digitaler Trinkgeld weitergabe sehen – eine kleine Notiz am Tisch oder ein freundliches ‚Trinkgeld kommt an!‘ beim Abkassieren könnten hier Wunder wirken. Fasst man zusammen: Die klassische Barzahlung und die Kartenzahlung liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aber die Tendenz ist klar. Und die girocard? Die gewinnt weiterhin an Boden, weil sie als zuverlässig, komfortabel und günstig gilt – letzteres bestätigt sogar eine aktuelle Bundesbank-Studie. Übrigens ein interessantes Detail am Rande: Für Betreiber ist die girocard sogar günstiger als Bargeld. Da könnte man glatt meinen, die letzten Argumente für rein bargeldorientierte Biergärten verschwinden nach und nach.

Immer mehr Menschen genießen warme Tage in der Außengastronomie und wollen dabei flexibel und unkompliziert bezahlen. Die Studie zeigt ganz deutlich: Wer bargeldloses Zahlen anbietet, holt mehr Gäste ab, gerade die Jüngeren. Trotzdem bleibt beim Trinkgeld die Unsicherheit – viele wünschen sich mehr Klarheit, wie das Trinkgeld beim Personal ankommt. Aktuelle Berichte aus verschiedenen Medien belegen, dass die Kartenzahlung längst im Alltag angekommen ist: Laut Süddeutscher Zeitung wächst die Akzeptanz bij Gastronomen und Gästen weiterhin, auch weil sie als schnell und zuverlässig gilt. Die FAZ schreibt, dass viele Betreiber kleinere Investitionen in moderne Zahlungsterminals nicht mehr scheuen, da sie den Trends zur Spontanität und Flexibilität nicht verpassen möchten. Die taz hat unterdessen den Aspekt der Transparenz beim digitalen Trinkgeld beleuchtet und schlägt vor, dass Gastronomen verstärkt aufklären, um Misstrauen zu begegnen.

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