Stegner kritisiert Kanzlers Tadel und mahnt zur Zurückhaltung

Die jüngsten Mahnungen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) an die SPD stoßen parteiintern auf deutlichen Widerstand.

heute 11:59 Uhr | 2 mal gelesen

"Dass der Kanzler sein Koalitionslager öffentlich rügt, ist ziemlich ungewöhnlich – und, ehrlich gesagt, ziemlich ineffektiv", meint SPD-Mann Ralf Stegner gegenüber dem 'Tagesspiegel'. Merz habe noch neulich dafür plädiert, Differenzen lieber intern zu klären, bemerkt Stegner fast süffisant: "Wäre vielleicht klug, wenn er sich selbst an diesen Rat halten würde." Er zeigt sich unbeeindruckt von Merz' Ton: "Politik ist schon manchmal ein Schlagabtausch. Die SPD zuckt da nicht gleich zusammen, wenn Merz einen raushaut. Wir verstehen unter Reformen eben nicht haupt­sächlich, Menschen das Leben schwerer zu machen – das sollte die Union wohl im Hinterkopf behalten." Merz hatte zuvor öffentlich mehr Reformbereitschaft von der SPD eingefordert und betonte noch am Montagabend seinen Willen zu ernsten Gesprächen.

Einmal mehr geraten SPD und CDU auf offener Bühne aneinander: Ralf Stegner, bekannt für seine pointierten Aussagen, weist die Mahnungen des Kanzlers Friedrich Merz an die Adresse der SPD zurück und kritisiert die öffentliche Zurechtweisung als wenig hilfreich. Stegner verweist auf die Doppelmoral: Noch vor Kurzem forderte Merz Geschlossenheit und interne Debatten, nun prangert er selbst die Koalitionspartner über Medien an. Laut aktuellen Hintergründen schwelt in Berlin weiterhin die Diskussion über den Kurs der Ampel-Koalition, nicht zuletzt, weil Reformstreit und Uneinigkeit angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen den Koalitionsfrieden und das öffentliche Bild der Regierung belasten. Auch neue Berichte zeigen: Die SPD verteidigt ihren Kurs, insbesondere gegen Versuche, sozialpolitische Einschnitte unter dem Deckmantel der Reformbereitschaft zu verkaufen.