Jens Spahn hatte jüngst in der ARD-Talkshow bei Caren Miosga ein ziemliches Brett rausgehauen: Die schwarz-rote Koalition sei momentan mit nichts anderem beschäftigt, als dem Niedergang des Landes zuzuschauen, so ungefähr jedenfalls. Dennis Radtke, der Mann mit dem CDA-Hut, kontert: Fatal, solche Formulierungen! Gerade in stürmischen Zeiten sehnen sich die Menschen doch danach, nicht in Endzeitstimmung getränkt zu werden, sondern klare, positive Konturen und Führung zu sehen. Die AfD lebt ohnehin vom Schwadronieren über den Untergang, da bringt es laut Radtke gar nichts, auch noch diesen düsteren Mantel umzulegen. Stattdessen müsse die Union mit ihren eigenen, hoffnungsvollen Perspektiven auftreten und einen Unterschied machen.
Er glaubt außerdem, die schwachen Umfragewerte rührten von vielen Ursachen her. Es reiche eben nicht, das Dauerthema Migration oder Bürgergeld allein abzuarbeiten, um die AfD zurückzudrängen. Das Thema Migration sei längst Symbolfläche für alles, was im Land hakt und knirscht. Und dann, so ein bisschen nachdenklich, gibt Radtke noch mit: Es gab Versprechen im Wahlkampf, von denen leider einige im Nebel verschwunden sind.
Kurzer Sprung zu Markus Söder und seiner Kündigungsschutz-Debatte: Für Radtke eine Art Gespensterdiskussion. Die echten Probleme der Unternehmen liegen (sagt er mit Verweis auf eigene Gespräche) viel mehr beim Energiekostenwahnsinn, anstrengender Bürokratie, instabilen Lieferketten und nervigem Fachkräftemangel. Was ihn manchmal zum Kopfschütteln bringt: Früher habe die Union sich auf christliche Werte berufen, heute klänge es ihm zu oft wie ein ziemliches Durcheinander – als sei der Kompass abhandengekommen.
In dem Streit um die politische Ausrichtung der CDU mahnt Dennis Radtke, Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), an, sich nicht von der AfD-Sprache des Untergangs vereinnahmen zu lassen. Statt doom & gloom fordert er eine ermutigende, christdemokratische Zukunftserzählung und distanziert sich von Markus Söders Debatten über Kündigungsschutz, da echte wirtschaftliche Probleme wie Energiepreise, Bürokratie oder Fachkräftemangel Vorrang hätten. Aktualisierend zeigen Medienberichte der letzten zwei Tage, dass die Diskussion über Union und rechtspopulistische Tendenzen in der politischen Kommunikation weiterhin brennt; die CDU sucht verstärkt nach klareren Antworten auf die Herausforderungen von Migration, sozialer Sicherheit und Zukunftsoptimismus. Hinzu kommt: Die Union steht aktuell wegen innerparteilichen Streits und mangelnder klarer Kurssetzung verstärkt in der Kritik, während Fachkräftemangel und Wirtschaftsprobleme anhaltende Themen bleiben.