Merz schenkt Trump Kopie historischen US-Preußen-Abkommens

Mit einer nicht ganz subtilen Geste hat Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus dem US-Präsidenten erneut ein Erinnerungsstück aus der Geschichte überreicht.

03.03.26 21:14 Uhr | 7 mal gelesen

Am Dienstag drückte Kanzler Merz seinem US-Amtskollegen ein Faksimile des sogenannten Preußen-Vertrags von 1785 in die Hand – einem bemerkenswerten Freundschafts- und Handelsabkommen, das einst zwischen dem alten Preußenreich und den frisch gegründeten Vereinigten Staaten abgeschlossen wurde. Warum gerade dieses Dokument? Die Botschaft ist vermutlich klar: In Zeiten steigender Handelsschranken käme historisches Fingerspitzengefühl vielleicht nicht ungelegen. Ein interessanter Nebenaspekt: Friedrich der Große war es, der 1785 für die deutsche Seite unterschrieb. Und Merz, das darf man schon betonen, scheint eine Vorliebe für kleine Familienanekdoten zu haben. Denn schon bei seinem Debüt-Besuch in Washington hatte er sich einen ähnlichen Scherz erlaubt: Damals übergab er Trump ein gerahmtes Faksimile der deutschen Geburtsurkunde von Trumps Großvater – und der wiederum trug ebenfalls den Vornamen Friedrich. Zufall? Oder ein Augenzwinkern an die Namenshistorie, kombiniert mit diplomatischer Botschaft. Übrigens, solche Geschenke sagen oft mehr als offizielle Reden, vor allem auf diplomatischem Parkett. Übrigens: Ich frage mich manchmal, ob Trump überhaupt ahnte, welches historische Gewicht diese Papiere auf seinem Schreibtisch haben.

Im Kern nutzte Kanzler Merz das Geschenk des 'Preußen-Vertrags' von 1785, um auf die lange Tradition friedlicher und ökonomisch tragfähiger Beziehungen zwischen Deutschland und den USA hinzuweisen – und vermutlich auch, um leise vor protektionistischen Maßnahmen zu warnen. Historische Gastgeschenke sind in der internationalen Politik nicht neu, doch mit der konkreten Auswahl knüpft Merz an alte Vorzeichen an, die er schon beim ersten Besuch gezeigt hatte: Damals brachte er ebenfalls ein Zeitdokument mit familiärem Bezug zu Trump mit. Aktuell berichtet die Presse vermehrt über die Bemühungen in Deutschland, die transatlantischen Beziehungen trotz wirtschaftlicher Spannungen zu stärken, wobei Handelsfragen und Symbolpolitik wieder stärker ins Zentrum rücken.

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