Man sollte meinen, dass Spiel und Lernen sich manchmal beißen – doch moderne Ansätze beweisen Gegenteiliges. So auch EDURINO, dessen Konzept jetzt in einer Studie, geleitet von Prof. Dr. Frank Niklas und Prof. Dr. Astrid Wirth, auf den Prüfstand kam. Ergebnis: Die App hat tatsächlich das Potenzial, Sprachkompetenzen im Vorschulalter signifikant zu stärken, und das innerhalb von nur vier Wochen.
Im Versuch durften Jungen und Mädchen aus Münchner und Wiener Kindergärten spielerisch Buchstaben entdecken, fantasievolle Figuren anklicken und knifflige Reim- oder Silbenrätsel lösen. Möglich wurde das alles mit handelsüblichen Tablets sowie einem eigens entwickelten Stift – vielleicht sind diese Stifte magischer als gedacht.
Stichprobe mit 134 Kindern
Die Forscher:innen testeten 134 Kinder (Durchschnittsalter: 4 Jahre), ließen sie mindestens zweimal pro Woche für je 10 Minuten in die EDURINO-Welt eintauchen – stets begleitet durch Studierende. In der Praxis bedeutete das zum Beispiel, aus gesprochenen Wörtern dasjenige auszuwählen, das nicht zum Reim passte, oder einen Buchstaben innerhalb eines Viererfelds zu erkennen. Die Entwicklung wurde sowohl mit pädagogischen Standard-Tests als auch mit Fragebögen für Eltern und Erzieher:innen erfasst. Oh, und wie so oft waren es kleine Details wie die Figuren selbst oder vielfältige Interaktionen, die den Kindern besonders gefielen.
Sprachliche Fortschritte sichtbar
Schon nach vier Wochen zeigte sich laut Forschenden eine klare Verbesserung in diversen Teilbereichen der frühen Sprachentwicklung. Das Feedback? Eher einhellig: Die Kinder hatten Freude am Lernen und mochten die Technik – auch wenn, Hand aufs Herz, die Technik bei den Erwachsenen manchmal für Stirnrunzeln sorgt.
Mehrere Studien bescheinigen Wirkung
EDURINO analysiert intern regelmäßig, wie sich die Spiele auswirken – ganz im Sinne von Evidenz statt bloßer Werbeversprechen. Prof. Nicola Clayton von der University of Cambridge überprüft die Ergebnisse. Interessant: Mit anderen Figuren wie Luca oder Robin wurden zum Beispiel auch Verbesserungen bei Problemlösefähigkeiten und mathematischem Denken nachgewiesen. So kommen auch jene Kinder zum Zug, die keine großen Fans von Buchstaben sind.
Wer steckt hinter EDURINO?
Das Münchner Start-up, gegründet 2021, will Kindern den Zugang zur digitalen Bildungswelt erleichtern – auf spielerische und verantwortungsvolle Weise. Die App funktioniert mit physischen Figuren, die an bekannte Brettspiele erinnern, kombiniert mit einer App und ergonomischem Stift. Mit diesem Ansatz verkauft sich EDURINO erfolgreich im DACH-Raum und in Großbritannien und findet zunehmend Einzug in Bildungseinrichtungen. Kaum verwunderlich, dass das Unternehmen einige Auszeichnungen sowie prominente Investoren an Bord hat – darunter Verena Pausder oder Ravensburger Ventures.
Natürlich bleibt die Digitalisierung von Vorschule und Schule ein umstrittenes Feld. Doch EDURINO trägt dazu bei, dass digitale Bildung nicht bloß ein weiterer Bildschirm, sondern eine Brücke zur echten Welt sein kann. Irgendwo dazwischen, zwischen Fantasie-Figur und Touchscreen, entstehen womöglich neue Lernfreude und ungeahnte Fähigkeiten.
Weitere Infos zur Studie: Apps4Kids – Evaluation von Lern-Apps zur Förderung kindlicher Kompetenzen.
Die randomisierte Studie von LMU München und Universität Wien belegt, dass Vorschulkinder mit der EDURINO-App in nur vier Wochen nachweisbare Fortschritte im Bereich früher Sprachkompetenzen machen. Die Ergebnisse stützen vorherige interne Studien zum pädagogischen Effekt der App, unterstützt durch internationale Wissenschaftler:innen. Digitale Lernplattformen wie EDURINO scheinen, richtig eingesetzt, die Neugier und Lernmotivation von Kindern zu fördern – und bekommen zunehmend auch politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit. Neueste Recherchen zeigen zudem, dass sich die Diskussion um digitale Bildung 2024 weiter intensiviert: So berichten mehrere Plattformen über das wachsende Interesse an Evaluationsstudien digitaler Tools und die Forderung nach klaren Qualitätsstandards im EdTech-Bereich. Zeitgleich werden in aktuellen Berichten von Zeit, FAZ und Spiegel neue Initiativen und Förderprogramme vorgestellt, die gezielt die frühe Medienkompetenz und kindliche Sprachbildung fördern – wobei Chancen und Herausforderungen stets gegeneinander abgewogen werden.