Mut in Deutschland: Wie viel Wagemut steckt wirklich in uns?

Würden Sie Ihrem Arzt für einen Medikamententest vertrauen? Fast zwei Drittel der Deutschen sind bereit, an einer klinischen Studie teilzunehmen – zumindest sagt das eine neue, bundesweite Umfrage. Die Ergebnisse werfen mitunter ein ganz anderes Licht auf unsere Risikobereitschaft – im Labor wie im Alltag.

heute 12:23 Uhr | 4 mal gelesen

"Mut ist für mich, immer wieder Schritt für Schritt ins Unbekannte zu gehen – das gilt im Leben, aber besonders in der Forschung", meint Dr. Hanna Rabia Khan von UCB mit leichtem Nachdruck. So romantisch das klingt: Hinter jedem zugelassenen Medikament stecken zahllose Fehlversuche, immense Kosten und manchmal auch herbe Rückschläge. Gerade einmal 10 bis 15 Prozent jener Substanzen, die es in die klinische Testphase schaffen, enden tatsächlich als Medikamente in der Apotheke. Überhaupt, dass 80 Prozent der Befragten die Risikobereitschaft der Pharmaindustrie für mutig halten, hat wohl einen wahren Kern: Ohne dieses Risiko gäbe es keine Pille gegen den Schmerz und selten Hoffnung für chronisch Erkrankte.

Aber auch Mut aufseiten der Patient:innen spielt eine große Rolle. Wer sich für die Teilnahme an einer klinischen Studie entscheidet, steht gewissermaßen auf der Schwelle zwischen Sicherheit und Neuland – dieser Mut ist für echten medizinischen Fortschritt unerlässlich. Gerade sind 63 Prozent in Deutschland offen für solch ein Abenteuer; ein Wert, der im Vergleich zu einer Studie aus dem Vorjahr deutlich gestiegen ist. Irgendwie beeindruckend, oder?

Wer ist besonders risikofreudig?

Interessanterweise sind es vor allem die Jungen und Menschen mit etwas mehr Geld auf dem Konto, die bei der Studienteilnahme vorne liegen. Zwischen 18 und 59 Jahren sagen etwa zwei Drittel: Klar, ich kann es mir vorstellen. Erst jenseits der sechzig sinkt die Lust aufs Risiko – wobei, mehr als jeder Zweite wäre trotzdem dabei! Auch spannend: Je höher das Haushaltseinkommen, desto mutiger fühlt man sich (fast 70 Prozent derer mit mehr als 3.500 Euro Monatsnetto sind offen für Studien – bei Niedrigverdienern sind es immer noch 58 Prozent). Familien stehen Mut offenbar noch näher: Mit Kindern im Haus schnellt die Bereitschaft auf fast 75 Prozent hoch.

Mut: Eine deutsche Tugend?

Klingt nach: Wir Deutschen sind wagemutig. Und tatsächlich, 94 Prozent finden, ohne Mut gibt's keinen Fortschritt. Fast ebenso viele finden, Mut sollte in der Gesellschaft dringlicher sein als bisher. Aber Hand aufs Herz: Nur 58 Prozent beschreiben sich selbst als mutig – eine typisch deutsche Zurückhaltung? Jüngere Menschen sehen sich jedenfalls etwas mutiger als die Älteren. Und auch das Einkommen beeinflusst die Selbstwahrnehmung: Mit mehr Geld fühlt man sich offenkundig auch wagemutiger.

Widersprüchlich: Knapp 70 Prozent glauben dennoch, dass sich nicht nur Privilegierte Mut leisten können – klingt nach einer guten Gelegenheit, über eigene Ängste nachzudenken.

Und am Arbeitsplatz?

Spannendes Detail aus der Arbeitswelt: Nicht jeder fühlt sich ermutigt, Entscheidungen zu treffen, die vielleicht nicht auf Nummer sicher gehen. Vor allem wer gut verdient oder Kinder hat, bekommt offenbar häufiger Rückendeckung. Von der Mehrheit (76 Prozent) wird Mut am Arbeitsplatz immerhin als lohnenswert empfunden.

Medizin braucht Mut – überall

Ob es um Labor-Entdeckungen geht oder darum, als Patient:in für etwas Unbekanntes zu stehen – ohne Mut läuft nichts. UCB investiert übrigens fast ein Viertel seines Umsatzes, also auffällig viel, wieder in Forschung. Das ist klar mehr als der Branchenschnitt. Vielleicht nicht selbstverständlich, aber offenbar der Versuch, Innovation praktisch umzusetzen.

Ein Punkt, über den ich persönlich öfter nachdenke: Wie viel Mut ist tatsächlich auf Knopfdruck abrufbar – und wie kommt das gesellschaftlich bei uns an? Die Befragten sagen: Mut ist unverzichtbar, nicht nur für Laborkittel und Leitungsposten. Vielleicht die leise Hoffnung, dass wir davon alle ein bisschen mehr gebrauchen könnten.

Zur Studie und mehr

Die hier genannten Zahlen stammen aus einer repräsentativen Online-Befragung von rund 1.000 Menschen zwischen 18 und 79 Jahren. Die Aktion ist eingebettet in eine Mut-Kampagne, mit der UCB die Diskussion in Deutschland anstoßen will. Mehr Informationen gibt’s auf der Unternehmenswebseite unter www.ucb.de/mut.

UCB in Kürze

UCB sitzt in Brüssel, hat aber auch einen Standort in Monheim. Weltweit beschäftigen sie über 10.000 Menschen und resultierten zuletzt auf einen Umsatz von 7,7 Milliarden Euro. Wer mehr über die Forschung nachlesen mag, findet Details im UCB-Jahresbericht.

Die aktuelle UCB-Studie hat deutlich gemacht, dass der Mut, Neues zu wagen, einen großen Stellenwert in Deutschland hat, gerade wenn es um medizinische Forschung geht. Insgesamt zeigen sich nach wie vor Mehrheit der Deutschen bereit, an klinischen Studien mitzuwirken – und jüngere sowie wohlhabendere Menschen sind dabei besonders offen. In den letzten Monaten ist dieses Thema wieder in den Vordergrund gerückt; zudem wurde laut Medienrecherchen das Vertrauen in Forschung und Innovation in Zeiten zunehmender Unsicherheiten (z. B. Pandemie, Digitalisierung, KI) in verschiedenen Fachmedien und politischen Diskursen hervorgehoben. Viele Unternehmen, nicht nur in der Medizin, berichten vermehrt von Mut-Initiativen oder Innovationskampagnen, die dazu beitragen sollen, gesellschaftliche Herausforderungen offensiv anzugehen. Außerdem gibt es eine Diskussion darüber, wie der Mut, Risiken einzugehen, gefördert werden kann, ohne die Sicherheit oder ethische Standards auszublenden. Neue Umfragen aus dem wissenschaftlichen Umfeld unterstreichen die hohe Bereitschaft, sich für Innovationen zu engagieren, vorausgesetzt, Transparenz und Fürsorgepflicht werden ernst genommen. Unterm Strich bleibt: Gerade in der Forschung – ob Biotech, KI oder Medizin – ist Mut ein Baustein für Fortschritt, und das Bewusstsein wächst, dass ohne ihn viele Innovationen nie das Licht der Welt erblickt hätten.

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