Angesichts der anhaltend angespannten Lage rund um die Straße von Hormus – ein Nadelöhr für etwa ein Drittel des europäischen Kerosinbedarfs – dürften sich viele Reisende nervös gefragt haben: Wird mein Flug im Sommer tatsächlich wie geplant starten? Stefan Schulte, der Vorstandsvorsitzende von Fraport, versucht, diesen Ängsten die Schärfe zu nehmen. Im Gespräch mit dem 'Handelsblatt' betonte Schulte, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt genug Reserven existieren, um den Flugbetrieb zu sichern. "Wir sind sehr gut vorbereitet", erklärte er. Was ihn so sicher macht? Neben intensiven Planungen hat er auch im Blick, wie souverän beispielsweise Indien und China Reservebestände managen.
Doch nicht alle fühlen sich gleich beruhigt. Die jüngste SAP Concur-Umfrage malt ein anderes Bild: Fast jeder Fünfte hat wegen der Unsicherheiten beim Kerosin schon Flüge storniert oder umgebucht - oder ist sogar von der Airline vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Was machen? Schulte rät: Ruhe bewahren. Im schlimmsten Fall werde niemand auf einem verschollenen Ticket sitzen bleiben – man bekommt notfalls eine Alternative oder das Geld zurück. Persönlich kann ich die Verunsicherung schon nachvollziehen; immerhin reden wir von maximal komplexen Lieferketten und geopolitischen Gemengelage, die keiner komplett durchschaut. Ein bisschen Skepsis schwingt bei mir immer mit. Andererseits – vielleicht ist das die Eigenart unserer Zeit: Die Welt dreht sich weiter, auch wenn sie gelegentlich aus dem Takt gerät.
Fraport-Chef Stefan Schulte rechnet trotz der kritischen Situation an der Straße von Hormus mit einer stabilen Kerosinversorgung für europäische Flughäfen während der Sommermonate und vermutlich sogar bis Jahresende. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass viele deutsche Flugreisende angesichts der öffentlichen Debatte bereits vorsorglich Buchungen storniert oder geändert haben, was die Verunsicherung am Markt widerspiegelt. Dennoch gibt es laut Schulte gute logistische Konzepte und internationale Zusammenarbeit, insbesondere mit Ländern wie Indien und China, die für Stabilität sorgen – und für Reisende heißt das momentan: Es drohen keine massenhaften Flugausfälle.
Aktuelle Informationen zeigen zudem, dass die Luftfahrtbranche europaweit Notfallpläne zur Diversifizierung der Lieferketten prüft und weitere Großflughäfen wie Paris und London ähnliche Entwarnungen bezüglich Kerosinengpässen signalisiert haben. Die Entwicklung alternativer Treibstoffe und steigende Investitionen in nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) könnten zudem die Abhängigkeit von kritischen Routen mittelfristig verringern.