Röttgen plädiert unbeirrt für Taurus-Übergabe an Kiew

Norbert Röttgen, prominentes CDU-Mitglied und Vize der Unionsfraktion, fordert mit Nachdruck die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern aus deutschen Beständen an die Ukraine. Im Podcast "Berlin Playbook" von Politico machte er klar: Politisch sinnvoll sei ein solches Vorgehen allemal. Die politische Realität bleibt allerdings eine andere – bislang fand diese Forderung keine Mehrheit.

27.05.26 05:03 Uhr | 34 mal gelesen

Viel geändert habe sich an der Haltung im Bundestag in puncto Taurus-Lieferungen tatsächlich nicht, so Röttgen. Auch seine eigene Einschätzung sei im Kern gleich geblieben. Interessant ist jedoch, dass sich die militärische Ausgangslage inzwischen rasant entwickelt hat: Die Ukraine besitzt mittlerweile Raketen, mit denen sie Ziele bis zu tausend Kilometer weit im russischen Hinterland erreichen kann. Trotz wachsender Produktionskapazitäten fehlen Kiew jedoch nach wie vor finanzielle Mittel. Röttgen betont deshalb ebenso die finanzielle Unterstützung – so wichtig moderne Waffen auch sind, am Ende schwimmen die Projekte ohne Geld auf dem Trockenen. Die kürzlich bewilligte Kreditlinie der EU von 90 Milliarden Euro reiche kaum aus, die Mittel seien zwar ein Anfang, aber eben auch nur das.

Röttgen bekräftigt, dass Taurus-Lieferungen an die Ukraine politisch angebracht wären, auch wenn die Mehrheit dafür bislang fehlt. Er würdigt die erheblichen Fortschritte ukrainischer Rüstungsproduktion und die neu gewonnenen militärischen Fähigkeiten, sieht aber den größten Engpass weiterhin bei der Finanzierung. Nach einer Recherche in aktuellen Artikeln wird deutlich, dass die Debatte in Deutschland weiterhin polarisiert ist: Einerseits befürchten viele eine Eskalation, andererseits wird mit Blick auf die angespannten Frontverläufe auf eine entschlossene Unterstützung gepocht. Hinzu kommt, dass Experten vor einer raschen Ausschöpfung vorhandener Waffenbestände warnen. International mahnen Beobachter wie die OSZE zur fortdauernden finanziellen und logistischen Solidarität mit der Ukraine, gerade im Angesicht wachsender Drucksituationen in mehreren Regionen. In diesem Spannungsfeld bleibt Deutschlands Beitrag umstritten – und die Debatte um Taurus eine von Symbolkraft und Dringlichkeit geprägte Baustelle im politischen Diskurs.

Schlagwort aus diesem Artikel