Ein Abend, der wie ein wilder Strauß voller Wissenschaft duftete: Der Eintritt war frei, die Stimmung elektrisiert. Besucherinnen und Besucher, Kinder an der Hand und Forschungsmut im Gepäck, entdeckten anschaulich, woran an der USTP und an der Bertha von Suttner Privatuni geforscht wird – von Medientechnik bis digitaler Transformation, von Bahntechnologie bis Sozialforschung.
"Wir wollen Forschung aus dem Elfenbeinturm holen und mit Herz, Hand und Kopf in die Mitte der Gesellschaft bringen", sagt Angelika Czedik-Eysenberg, die als Koordinatorin der Nacht spürbar für die Öffnung brannte.
Zu den Publikumslieblingen gehörte das bunte Wissenschaftstheater "Zirkus des Wissens" – seine Hauptfigur: die beeindruckende Madame Wu, deren Forscherdrang Klein wie Groß ansteckte. Später dann tobte beim Kabarett der Science Busters der Saal: Wissenschaft einmal nicht staubtrocken, sondern bissig, alltagsnah und zum Mitfeiern.
Zwischen Robotik, künstlicher Intelligenz, Security und Bahntechnik, neuen Medien und Sozialprojekten konnte man überall anpacken, ausprobieren, Löcher in den Bauch fragen. Besonders der Kinder-Forscherpass und geführte Campus-Touren kamen bestens an – nicht zuletzt, weil Neugier irgendwie ansteckend ist.
Auch die Innenstadt hatte Erstaunliches zu bieten: Am Rathausplatz flogen Nebelringe durch die Nacht, ein tanzender Sky Dancer wirbelte zwischen Kunst und Irritation. Die experimentelle Medienklasse machte daraus eine Show, die nicht nur Staunen, sondern auch so manche Frage hinterließ.
Besondere Erwähnung verdient die USTP CityLounge in der Wiener Straße – ein begehbares Wohnzimmer für Wissenschaft, schon vorab geöffnet: niedrigschwellig, offen, zum Debattieren und Ausprobieren. So funktioniert Wissen, das im Leben ankommt.
Neben der Zukunft ging es um Geschichte und Frieden: Die Bertha von Suttner Privatuni erinnerte an das 120-jährige Nobel-Jubiläum und schickte Studierende in historischen Gewändern durch den Abend. Das Highlight: Ein Gemeinschaftskunstwerk aus Friedenstauben, jede so bunt wie der Erkenntnisdrang.
Bilder von diesem Forscherfest gibt es übrigens in einer Onlinegalerie. Kontaktinfos zu den Veranstaltern finden Sie am Textende – vielleicht sind Sie das nächste Mal selbst mittendrin?
Die Lange Nacht der Forschung in St. Pölten zog am 24. April 2026 fast 900 Menschen an und machte den Campus und die Innenstadt zu Hotspots gelebter Wissenschaft. Vom Mitmachtheater über Kabarett bis zum Kinder-Forscherpass bot das Event für jede und jeden ein Portal zu Forschung, Kreativität und kritischem Denken. Besonders innovativ: Die USTP CityLounge als künftiger Dialograum mitten im Stadtzentrum und ein Friedensprojekt zum Bertha-von-Suttner-Jubiläum – samt Rückblick, Reflexion und aktivem Mitmachen. Aktuelle Recherche (Stand: 29.04.2024) zeigt, dass ähnliche Events in verschiedenen Städten ein internationales Konjunkturthema sind und stark auf Citizen Science, Nachhaltigkeit sowie gesellschaftlichen Transfer setzen. Gleich mehrere der jüngsten medienberichterstatteten Events betonen den Anspruch, mit Wissenschaft neue Begegnungsräume zu schaffen und lokale Communities einzubinden, wie etwa die Berichte auf taz.de über partizipative Wissenschaftsformate und auf zeit.de über die Öffnung von Hochschulen für gesellschaftlichen Diskurs. Pandemiebedingt hatten viele Forschungsnächte in letzter Zeit neue hybride Formate ausprobiert – ein Trend, der auch Forschung für bislang fernere Zielgruppen zugänglich zu machen scheint.