EU will: Android soll für mehr KI-Dienste geöffnet werden

Mit einem Maßnahmenpaket will die EU-Kommission Google dazu bewegen, Android für fremde KI-Angebote offener zu gestalten. Damit könnten bald nicht nur Googles eigene, sondern auch konkurrierende KI-Anwendungen tief ins System eingebunden werden – vom E-Mail-Versand bis zum Essensbestellen.

heute 19:23 Uhr | 4 mal gelesen

Bislang hat Google einen Großteil der Schnittstellen auf Android recht fest im Griff – KI-Funktionen wie smarte E-Mail-Auswahl oder das Teilen von Bildern laufen meist über die hausinternen Apps. Doch damit könnte bald Schluss sein. 'Künstliche Intelligenz spielt im Alltag europäischer Smartphone-Nutzer eine immer größere Rolle', betont EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera. Die nun ins Spiel gebrachten Vorschläge sollen es Nutzerinnen und Nutzern ermöglicht, aus einer Vielzahl von KI-Tools zu wählen – nicht mehr nur aus Googles eigenen. Digitalkommissarin Henna Virkkunen stimmt zu: Interoperabilität – also das reibungslose Zusammenspiel vieler Dienste – sei essenziell, um die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz wirklich ausschöpfen zu können. Im Klartext: Die Zeit, in der man beim E-Mail-Versand via Sprachassistent zwangsläufig bei GMail landet, könnte sich dem Ende zuneigen. Ganz nebenbei: Rückmeldungen aus der Bevölkerung und von Unternehmen sind explizit erwünscht! Das alles hängt mit dem Digital Markets Act (DMA) zusammen – einem Gesetzespaket, das digitale Riesen 'Gatekeeper' nennt und ihnen enge Regeln auferlegt. Ziel ist es, Monopole und Marktdominanzen im digitalen Raum zu verhindern. Am 6. September letzten Jahres wurden zentrale Dienste wie Android, die Google-Suche oder YouTube entsprechend eingestuft – und seit 7. März 2024 sind Alphabet und Co. rechtlich in der Pflicht, die neuen Vorgaben zu erfüllen.

Die EU-Kommission will mit den vorgeschlagenen Maßnahmen ein freieres Ökosystem für KI-Anwendungen auf Android schaffen, damit auch kleinere Anbieter Fuß fassen können. Damit sollen Nutzerinnen und Nutzer künftig flexibler entscheiden können, welchem KI-Dienst sie vertrauen oder welchen sie für Alltagsaufgaben bevorzugen – von der Essensbestellung bis zum privaten Nachrichtenaustausch. In den vergangenen Wochen haben verschiedene Medien heftig über die Durchschlagskraft des DMA diskutiert und darüber, ob Googles Zusicherungen reichen werden, um tatsächlichen Wettbewerb auf Android sicherzustellen; zusätzlich zeigen sich Anbieter alternativer KI-Systeme bislang vorsichtig optimistisch, da die praktische Umsetzung durch Google noch aussteht.

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