Arbeitgeberchef wettert: Deutschland braucht mehr Arbeitswillen

Der Leiter des Dachverbands der Arbeitgeber, Steffen Kampeter, fordert angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage in Deutschland mehr Motivation und Engagement von Beschäftigten – und kritisiert zugleich die Politik heftig.

heute 20:51 Uhr | 3 mal gelesen

Worauf Deutschland laut Steffen Kampeter aktuell setzen sollte: Wieder mehr Lust auf Arbeit. Das sei kein Vorwurf an faule Menschen, vielmehr gehe es ihm um eine verlorengegangene Wettbewerbsdynamik. Über Jahre habe sich die Bundesrepublik, so seine Meinung, auf den Lorbeeren etwa der Hartz-IV-Ära ausgeruht und den eigenen Vorsprung nur verwaltet – offensichtlich mit schwindendem Erfolg. "Wir denken immer noch, wir sind die europäischen Spitzenreiter – das stimmt einfach nicht mehr!", stellte der BDA-Chef in der ntv-Talkshow 'Blome und Pfeffer' nüchtern fest. Daneben äußerte er sich irritiert über die wachsenden Kosten für Unternehmen. Insbesondere die gestiegenen Strompreise, ausufernde Bürokratie und hohe Lohnkosten bezeichnete Kampeter als ernstzunehmende Bürden. Ob sich das Deutschland noch leisten könne, machte er an der Wettbewerbsfähigkeit fest: Solange die Produkte wie von deutschen Autobauern noch unangefochten top seien, habe man Spielraum. Doch die Konkurrenz schläft eben nicht – längst bauten andere Länder ebenfalls erfolgreiche Autos. Erneut ging Kampeter auch mit der Ampel-Regierung hart ins Gericht. Viel sei von Reformen die Rede, doch faktisch bewege sich aus seiner Sicht wenig. "Die Steuern gestalten andere, wir können nur gute Arbeit abliefern. Aber alles Weitere liegt bei der Bundesregierung", brachte Kampeter die Verantwortungslage unmissverständlich auf den Punkt.

Steffen Kampeter zieht in der aktuellen wirtschaftlichen Situation eine ernüchternde Bilanz: Er sieht dringenden Bedarf an mehr Motivation und Einsatzbereitschaft im Arbeitsleben, will das jedoch nicht als Schelte an Individuen verstanden wissen. Vielmehr betont er strukturelle Herausforderungen durch hohe Energiepreise, Lohnkosten und bürokratische Hürden, die den Standort Deutschland zunehmend belasten. Neuere Berichte zur Thematik zeigen, dass neben den üblichen Forderungen nach weniger Bürokratie und steuerlicher Entlastung inzwischen auch flexible Arbeitsmodelle, gezielte Fachkräftezuwanderung und eine Verbesserung der Aus- und Weiterbildung gefordert werden, um dem wachsenden internationalen Konkurrenzdruck wirkungsvoll begegnen zu können.

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