Datev-Barometer: Stillstand statt Aufschwung – Mittelstand unter Druck

Im deutschen Mittelstand kennt nur ein Faktor den Weg nach oben: das Lohnniveau. Dies und mehr offenbart der aktuelle Datev-Index.

heute 17:00 Uhr | 2 mal gelesen

Die Zahlen sind eindeutig, aber nicht ermutigend: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland erhöhen ihre Löhne kräftig – satte 6,5 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dennoch treten die Umsätze mit freundlicher Gleichgültigkeit auf der Stelle, ein kaum erwähnenswertes Plus von mageren 0,2 Prozent. Die Beschäftigung schrumpft weiterhin ein winziges Stück, minus 0,2 Prozent. Was sich nach Trend anhörte, entpuppt sich als zäher Trott: Die Löhne klettern, aber von echter Aufbruchsstimmung fehlt jede Spur. Robert Mayr, Vorstand bei Datev, bringt es trocken auf den Punkt: "Das ist nicht Erholung, sondern ein Patt unter Belastung." Besonders sticht der Bausektor hervor, wo die Löhne im März abgingen wie ein Zins-Feuerwerk (+7,9%), während die Beschäftigung parallel um 1,8 Prozent zurückfiel. In der Industrie ein ähnliches Bild: Löhne plus, Jobs minus. Anfang des Jahres hatte es zumindest im Logistikbereich kurz nach Aufwind gerochen – vermutlich, weil der Staat kräftig Infrastruktur und Rüstung nachfragte und der Mittelstand als Zulieferer nachziehen konnte. Doch im März war diese Mini-Belebung schon wieder vorbei, so Datev-Chefvolkswirt Timm Bönke. Die Stimmung: mehr Nebel als Licht.

Anstatt wirtschaftlicher Dynamik erlebt der deutsche Mittelstand eine widersprüchliche Entwicklung: Löhne steigen markant, aber bei Umsätzen und Beschäftigung herrscht Flaute oder leichter Rückgang. Offiziellen Zahlen nach scheinen politische Großaufträge im Infrastrukturbereich und Militär kurzfristig positive Impulse in den Logistiksektor gebracht zu haben – dieses zarte Pflänzchen verdorrte jedoch bereits wieder. Die Lage bleibt angespannt, insbesondere die Kombination aus steigenden Lohnkosten und stagnierendem Geschäft zehrt an den Reserven vieler kleiner und mittelgroßer Unternehmen. Nach aktuellen Recherchen wurde die Rolle der Exportflaute und der Rezession in der Bauwirtschaft als weitere Belastungsfaktoren identifiziert. Zudem machen laut "FAZ" viele Unternehmer den Fachkräftemangel und eine Abkühlung der globalen Nachfrage verantwortlich (Quelle: FAZ Net). Zusätzlich belegen aktuelle Wirtschaftsdaten, dass die staatlichen Investitionen zwar punktuell helfen, aber eine breite Wachstumsdynamik im Mittelstand ausbleibt. Insgesamt ist die Lage geprägt von Unsicherheit bezüglich der kommenden Monate, auch mit Blick auf steuerliche und regulatorische Veränderungen.

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