Laut übereinstimmenden Berichten – angeblich hat der 'Spiegel' das zuerst aufgegriffen – trafen am Donnerstag die Botschafter Alexander Graf Lambsdorff (Deutschland), Nicolas de Rivière (Frankreich) und Nigel Casey (Großbritannien) mit dem stellvertretenden russischen Außenminister Michail Galusin zusammen. Dort legten sie eine offizielle Beschwerde (Demarche) vor: Anlass war die wiederholte russische Behauptung, London und Paris planten, der Ukraine atomare Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen, um deren Verhandlungsbasis zu stärken. Dass russische Institutionen wie der Auslandsgeheimdienst SWR und das Außenministerium – in Person von Sprecherin Marija Sacharowa – diese Erzählung streuen, sorgt westlicherseits nicht nur für hochgezogene Augenbrauen, sondern offenbar auch für entschiedene Widerworte. Interessanter Nebenaspekt: Die gegenseitigen Schuldzuweisungen – etwas, das beinahe wie eine müde Routine anmutet – lassen manchmal vergessen, wie gefährlich solche Aussagen für das Vertrauen zwischen den Staaten sind. Gibt’s da nicht ein Sprichwort, dass Worte am ehesten dort explodieren, wo das Misstrauen wächst?
Die diplomatische Auseinandersetzung um russische Behauptungen einer nuklearen Aufrüstung der Ukraine durch westliche Staaten hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens protestierten gegenüber dem russischen Außenministerium offiziell gegen diese Anschuldigungen. Diese Narrative werden vor allem durch den russischen Auslandsgeheimdienst SWR und durch Marija Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, verbreitet, um vermutlich innen- und außenpolitisch zu punkten. Im internationalen Kontext sehen Experten derweil eine zunehmende Instrumentalisierung von Desinformation als Mittel des geopolitischen Drucks – das erschwert echte diplomatische Fortschritte spürbar.