Apotheken in der Zwickmühle: Regierung kippt Versprechen für Stabilität

Berlin – Mit dem neuen Plan der Bundesregierung, den Apothekenabschlag von 1,77 auf 2,07 Euro pro verschreibungspflichtigem Medikament zu erhöhen, droht ein herber Rückschlag für Deutschlands Apothekenlandschaft. Eigentlich sollte der Koalitionsvertrag sie stärken – passiert ist bislang das Gegenteil. 'Die geplanten Kürzungen sind ein Schlag ins Gesicht für alle Apothekenteams', kritisiert Thomas Preis, der Präsident der ABDA. Die versprochene Anpassung des Festzuschlags auf 9,50 Euro lässt weiter auf sich warten.

heute 18:09 Uhr | 1 mal gelesen

Seit Jahren taumeln die deutschen Apotheken unter politischem Druck – und es wird von Jahr zu Jahr schwieriger für kleinere Betriebe, die eigene Existenz zu sichern. 'Fast jede fünfte Apotheke ist bereits verschwunden seit 2013', erklärt Thomas Preis offen. Das klingt vielleicht nach Statistik, ist aber Alltag für viele Menschen auf dem Land – dort, wo Apothekensterben bedeutet, Wege werden länger, Versorgungslücken größer. Besonders bitter: 20 Prozent der Apotheken arbeiten kaum rentabel, etwa 7 Prozent schreiben sogar rote Zahlen. Da kommt die geplante Erhöhung des Abschlags wie ein weiterer Nackenschlag. Ehrlich gesagt, wirkt das Ganze mittlerweile wie ein abgekartetes Sparspiel auf Kosten der Patienten und derjenigen, die in der Apotheke täglich den Laden am Laufen halten. Preis wird deutlich: 'Nach über einem Jahrzehnt ohne Honorar-Anpassung sind solche zusätzlichen Belastungen schlicht nicht mehr verkraftbar.' Die politische Uneinigkeit innerhalb der Koalition würde die Gesundheitsversorgung zu einem Pokerspiel machen – ein Spiel mit hohen Einsätzen: Vertrauen und Versorgungssicherheit. Preis ruft die Abgeordneten direkt auf, das Gesetz zu stoppen, politische Versprechen einzuhalten – und endlich die Apotheken vor Ort zu stärken, statt sie weiter zu schwächen.

Die Bundesregierung plant aktuell, den Apothekenabschlag zu erhöhen und bleibt damit hinter den Versprechungen des Koalitionsvertrags zurück, die eigentlich eine Stärkung der Apotheken vorsahen. Der Apothekenpräsident fordert vehement, dass die Politik ihre Zusagen einhält, weil die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken bereits prekär und die wohnortnahe Versorgung gefährdet sei. Neue Medienberichte unterstreichen, dass nicht nur Apothekenteams, sondern auch Patient:innen die Entwicklungen skeptisch sehen: Die Kürzungen treffen ländliche Räume besonders hart, viele Expert:innen warnen vor einer weiteren Ausdünnung des Gesundheitssystems und einem steigenden Frust bei den Versicherten. Außerdem wurde bekannt, dass auch in anderen Teilen des Gesundheitswesens gespart werden soll – was wiederum Proteste und Unsicherheit auslöst, wie aktuelle Diskussionen aufzeigen.

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