Die Jury des RIAS würdigte die Produktion für ihre frische Perspektive auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen, diesmal nicht politisch, sondern rund um Kreativität, Urheberrecht und digitale Machtfragen. In der Begründung heißt es, dass der Film facettenreich zeige, wie fragil schöpferische Arbeit im weltweiten Netz ist, und jungen Kreativen eine Bühne bietet. Erzählerisch überzeugend wie ein Krimi führt die Doku über Einzelfälle hinaus und stellt grundlegende Debatten über Fairness und Gerechtigkeit im digitalen Zeitalter in den Fokus.
Was steckt hinter „Der talentierte Mr. F.“? Eigentlich wollten Julius und Moritz mit ihrem feinsinnigen Animationsfilm „Butty“ einen Karrierestart wagen. Doch ausgerechnet vor der Festivalpremiere flattert eine böse Überraschung ins Haus: Ihr Werk taucht im Internet wieder auf – doch unter anderem Namen, als amerikanisches Schöpfung eines scheinbar neuen Stars. Die Dokumentation begleitet die beiden Studenten, wie sie hartnäckig versuchen, den Urheber des Diebstahls zu entlarven – eine Jagd von Berlin bis in die Vereinigten Staaten. Und mehr als einmal fragt man sich: Wer steckt hinter dieser maskierten Identität, die als moderner Walt Disney gefeiert wird?
Regisseur Igor Plischke setzt Julius’ und Moritz' Suche in Szene. Produziert wurde der Film von der Neuen Flimmer GmbH (Produzent:innen: Solmaz Sohrabi und Christopher Zwickler) im Auftrag des MDR. Noch bevor der RIAS Grand Prize vergeben wird, erhält das Trio hinter der Idee (Julius Drost, Moritz Henneberg und Nikita Fedosik) am 24. April 2026 schon den Grimme-Preis Spezial für Kinder & Jugend.
Die RIAS Media Awards selbst gelten als wichtiger Preis für Beiträge, die journalistisch Brücken zwischen Deutschland und den USA schlagen. Dort werden jedes Jahr Radiobeiträge, TV-Produktionen oder digitale Formate ausgezeichnet, die neue, vielfältige Einblicke in das Verhältnis der beiden Länder geben. Die Preisverleihung findet am 7. Mai 2026 in Berlin statt.
Die MDR-Doku „Der talentierte Mr. F.“ hat den RIAS Grand Prize für ihre spannende Aufarbeitung eines internationalen Filmdiebstahls gewonnen. Die Auszeichnung verdeutlicht, wie hochaktuell das Thema Urheberrecht, digitale Identitäten und kreative Integrität gerade im Zeitalter der Netzverbreitung ist. Recherchen zeigen: Filme und Kunstprodukte sind angesichts globaler digitaler Netzwerke zunehmend von Diebstahl, Plagiat und Identitätsbetrug bedroht – ein gesellschaftlich wie wirtschaftlich relevantes Thema. Der Fall der gestohlenen Animationsfilmidee hat in der Kreativszene hohe Wellen geschlagen, da sich immer mehr Kulturschaffende gegen solche Praktiken wehren müssen. Laut aktuellen Pressestimmen und Journalist:innen wird die Doku gelobt für ihr erzählerisches Format, aber auch für ihre kritische Sicht auf Copyright, weltweit geltendes Recht und Verantwortung im Medienzeitalter.