Am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT), wurde erneut am Bundestag die Regenbogenflagge gehisst, um ein Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen und an die Entscheidung des Bundestags von 2002 zur Rehabilitierung homosexueller NS-Opfer zu erinnern. Die weiterhin strenge Interpretation des Flaggenerlasses – die Flagge darf einmal jährlich offiziell gehisst werden – sorgt weiterhin für Diskussionen: Während manche Ministerien bereits planen, die Flagge zum Christopher Street Day (CSD) im Juli zu zeigen, verzichten andere ganz, was von Aktivist*innen und Teilen der Politik kritisch gesehen wird. Beobachtenswert bleibt, dass das Thema Jahr für Jahr Debatten über Symbolik, Sichtbarkeit und politische Verantwortlichkeit entfacht – und die Forderung wächst, die Regelungen zugunsten einer stärkeren Sichtbarmachung queerer Lebensrealitäten zu lockern. Recherchen zeigen zudem, dass die Debatte um Queerfeindlichkeit auch 2024 politisch brisant bleibt, da rechtspopulistische Akteure zunehmend gegen Gleichstellung vorgehen, wie beispielsweise im nun veröffentlichten „Queer-Report“ der Bundesregierung. Hinzu kommen Initiativen im EU-Parlament, queerfeindliche Gewalt und Diskriminierung auf europäischer Ebene schärfer zu adressieren und Gesetze anzupassen, um den Schutz von LGBTQIA*-Personen europaweit zu stärken. Die breite mediale Berichterstattung und die hohe Resonanz bei Protesten und Aktionen zum IDAHOBIT zeigen außerdem, dass der gesellschaftliche Gegenwind gegen Queerfeindlichkeit wächst – und das Thema längst über symbolische Gesten hinaus auf die politische Agenda drängt.