Gerald Gaß, Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, hat dem Tagesspiegel gegenüber bemängelt, dass die Politik die Frage der Widerstandsfähigkeit bei den jüngsten Krankenhausreformen schlichtweg zu wenig auf dem Schirm hatte. Nun, angesichts sich häufender Krisensituationen – seien es Hacker-Angriffe oder großformatige Notfälle – sei es Zeit für einen umfassenden Plan, der gezielt auf Krisen vorbereitet. Und die bittere Nachricht: Ohne kräftige finanzielle Unterstützung werde das nicht funktionieren. Kliniken müssten deutlich krisenfester gemacht werden, betont Gaß, und das könne nur gelingen, wenn Bund und Länder endlich ernst machen. Schließlich gehe es um die grundlegende Versorgung der Bevölkerung – um verlässlich aufgebaute Schutzmechanismen und nicht zuletzt um Sicherheit. Den Worten Gaß zufolge braucht es einen gesellschaftlich akzeptierten, finanziell abgesicherten Plan, der die Resilienz der Krankenhäuser dauerhaft stärkt. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft rechnet vor, dass im Kontext von Cyberattacken und Sabotage schon einmal 2,7 Milliarden Euro nötig wären – im Verteidigungsfall können leicht bis zu 15 Milliarden zusammenkommen. Aber: Es werde ohnehin nicht alles auf einen Schlag passieren. Stattdessen braucht es eine klare Priorisierung und schrittweises Vorgehen, um bis 2027 sichtbare Fortschritte zu erreichen. Ob die Politik diesmal wirklich liefert? Ein kleiner Restzweifel bleibt.
Immer öfter geraten Krankenhäuser in Deutschland ins Visier – sei es durch gezielte Cyberangriffe oder aufgrund ganz realer Krisen wie Pandemien oder Naturkatastrophen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft demandiert daher ein Umdenken in der politischen Planung: Resilienz – also die Widerstandsfähigkeit gegen Krisen – müsse dringend ein Leitmotiv werden, sowohl im Alltagsbetrieb als auch für den Ernstfall. Aktuelle politische Aussagen (beispielsweise von Bundesgesundheitsminister Lauterbach) deuten zwar einen Willen zu Verbesserungen an, es bleibt aber fraglich, ob die angekündigten Investitionen schnell genug wirken, um die Kliniken vor dem Hintergrund gestiegener Bedrohungslagen tatsächlich krisenfest zu machen. Besonders dramatisch: Laut Monitoren der letzten Monate hat sich das Risiko für Cyberattacken auf deutsche Krankenhäuser deutlich erhöht, während gleichzeitig viele Kliniken von massiven Unterfinanzierungen betroffen sind; selbst für essenzielle Modernisierungen fehlen die Mittel. Experten schlagen Alarm, dass ohne neue Finanzierungsmodelle die Versorgung im Krisenfall massiv leiden könnte.