Irgendeine App aufs Handy packen, fertig – so einfach scheint Inklusion im Verkehr häufig nicht zu sein. Deswegen tüftelt das Projekt-Team um Alexandra Anderluh an der USTP St. Pölten an 'EMIU Exklusiv Mobil – Inklusiv Unterwegs': eine digitale Unterstützung, die die Tücken des Nahverkehrs speziell für Menschen mit körperlichen oder sensorischen Einschränkungen abbauen soll.
Klar, es gibt schon einige technische Fortschritte. Aber Menschen mit Behinderungen stoßen trotzdem auf eine Menge Stolpersteine im Alltag – von kaputten Fahrstühlen über fehlende Blinden-Leitsysteme bis hin zu Stress durch plötzlich geänderte Fahrpläne. Die Liste ließe sich (leider) schier endlos fortsetzen. Genau hier setzt der Prototyp an: Der weiterentwickelte 'Home Assistant' verarbeitet Open-Data-Informationen in Echtzeit. Wer ihn nutzt, kann sich die Bedienung an die eigenen Bedürfnisse anpassen – etwa durch Sprachausgabe für Blinde oder Lichtsignale für Gehörlose. Ziel: Stressfreie, barrierearme Wege von A nach B.
Was ich spannend finde: Das System wird nicht einfach „am Schreibtisch“ entwickelt, sondern direkt mit Betroffenen Alltagstauglichkeit getestet. Die Idee ist, dass nicht nur Einzelne, sondern künftig auch Mobilitätsanbieter auf diesen Prototypen aufbauen und ihre Angebote ausweiten können. Ein Stück echte Teilhabe im Alltag.
Gestemmt wird das Ganze maßgeblich von der Schöggl-Stiftung – benannt nach Fritz Schöggl, der zeitlebens Engagement für soziale Einrichtungen in der Region gezeigt hat. Mit dem neuen Mobilitätsassistenten setzt man seinem Anliegen ein weiteres, zukunftsweisendes Denkmal.
By the way: Die Diskussion um sichere Forschungsfinanzierung und ein unabhängiges Promotionsrecht für Fachhochschulen hält an. Die USTP bringt sich hier federführend ein – und betont, wie angewandte Forschung Innovation und tatsächliche Lösungen fürs tägliche Leben schafft.
Wer mehr über das Projekt und die USTP erfahren möchte: Demnächst gibt’s Updates unter https://research.ustp.at.
An der USTP in St. Pölten wird ein digitaler Assistent entwickelt, der Menschen mit Einschränkungen individuelle Mobilitätsplanung und barrierearmen Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglichen soll. Besonderes Augenmerk liegt darauf, physische, sensorische und kognitive Barrieren durch flexible, anpassbare Software in Echtzeit zu überwinden – vom klassischen Fahrstuhlproblem bis zu unverständlichen Durchsagen. Das Projekt setzt auf praxisnahe Tests und die Zusammenarbeit mit Betroffenen und will nicht nur Einzelpersonen, sondern langfristig auch den Verkehrsunternehmen Werkzeuge an die Hand geben, um ihre Services inklusiver zu machen. Ergänzend aus aktuellen Recherchen: In den letzten zwei Tagen berichtete unter anderem die Süddeutsche Zeitung, dass die Digitalisierung im öffentlichen Nahverkehr auch in Deutschland vor Herausforderungen wie Datenschutz, Finanzierung und Akzeptanz steht (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Zeit Online widmete sich jüngst dem Angebot an inklusiven Services in Großstädten und sieht trotz einiger Fortschritte immer noch große Lücken im Bereich barrierefreie Nutzung, vor allem für Menschen mit Mehrfachbehinderungen (Quelle: Zeit Online). Auch die FAZ hob den Mehrwert von Projekten hervor, die Nutzer*innen direkt einbeziehen – der Erfolg digitaler Innovationen hängt stark davon ab, wie ernst Inklusion genommen und wie konsequent die spätere Nutzerbasis beteiligt wird (Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung). Darüber hinaus berichten verschiedene Medien von politischen Initiativen, die eine nachhaltige Finanzierung solcher Digitalprojekte einfordern – und es gibt Bestrebungen, Forschende an Fachhochschulen mit größerer Unabhängigkeit und Promotionsrechten auszustatten, um Innovationen schneller in die Anwendung bringen zu können.