Kretschmanns letzter Besuch im Kanzleramt: Abschied und neue Wege

Mit nur wenigen Tagen bis zum Ende seiner Amtszeit taucht Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) noch einmal im Berliner Kanzleramt auf. Dort begrüßte ihn Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) herzlich – beide schienen sichtlich gelöst, wie die veröffentlichten Fotos zeigen.

heute 19:22 Uhr | 3 mal gelesen

Manchmal sagt ein Bild mehr als Worte: Kretschmann und Merz, entspannt nebeneinander, irgendwo zwischen politischen Floskeln und echter Sympathie? Man weiß es nicht so genau, denn worüber die Herren tatsächlich gesprochen haben, bleibt erstmal ihr Geheimnis. Irgendwas zwischen Rückblick und Ausblick, vermutlich. Was mich persönlich immer wieder erstaunt – Kretschmann gilt nicht nur als erstes grünes Landesoberhaupt, sondern hat sich über ein Jahrzehnt lang in der deutschen Politik gehalten, während sich um ihn herum die Dinge ständig verändert haben. Für viele war er sowas wie der Fels in der oft aufgewühlten Landespolitik. Am Freitag wird er wohl zum letzten Mal im Bundesrat vorstellig werden. Und dann? Tritt Cem Özdemir auf den Plan, der überraschend bei den Landtagswahlen mit der CDU im Schlepptau die nächste Koalition auf die Beine gestellt hat. Ob das alles so weitergeht, wie es war, oder ob da doch – wie so oft – plötzlich alles anders wird: Wer weiß das schon. Manchmal überholt einen die Geschichte, während man noch mit den Akten jongliert. Ach ja: Man hört, Kretschmann könne gut mit Abschieden umgehen. Aber was zwischen den Zeilen passiert, das bleibt oft verborgen.

Kretschmann, der das politische Gesicht von Baden-Württemberg seit 2011 geprägt hat, besuchte zum Abschluss seiner Amtszeit den Bundeskanzler. Konkrete Inhalte des Treffens wurden nicht kommuniziert, aber der Termin markiert das Ende einer Ära: Mit Kretschmann verabschiedet sich der dienstälteste amtierende Ministerpräsident und ein ungewöhnlich erfolgreicher Grüner von der Bühne. Nach den aktuellen Ereignissen und der Bildung einer neuen Regierungskoalition durch Cem Özdemir steht das Land vor einem politischen Umbruch. Neueste Recherchen zeigen, dass die Amtsübergabe im Zeichen einer gestiegenen Unsicherheit bei den Landesthemen – vor allem bei Klimaschutz und Wirtschaft – steht. Özdemir, bislang als Bundeslandwirtschaftsminister bekannt, bringt andere Akzente mit, während die CDU als Koalitionspartner ihre Schwerpunkte einzubringen versucht. Experten diskutieren bereits, ob damit eine neue pragmatische Grüner-CDU-Politik eingeläutet wird oder ob alte Konflikte wieder aufbrechen. Insgesamt herrscht in Stuttgart und Berlin eine neugierig gespannte Erwartungshaltung, wie sich personelle wie inhaltliche Verbindungen in den kommenden Wochen auf die Bundes- und Landespolitik auswirken werden.

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