Streng genommen geht es ums Eingemachte: Wenn wirklich am Unterhaltsvorschuss gespart wird, dann geraten die, die eh schon gekämpft haben, voll ins Hintertreffen. Die Landesregierung in NRW, so wünscht es sich Petra Ladenburger, solle sich im Bund für die Rücknahme der geplanten Kürzungen stark machen. Sonst – das sagt sie ziemlich deutlich – sind es gerade die Kinder aus ohnehin benachteiligten Familien, die noch zusätzlich ausgegrenzt werden. Dieses Gefühl der Scham, sagt sie, ständig zu wenig zu haben, ist bei vielen Jugendlichen ohnehin schon sehr tief verwurzelt – und der Staat riskiert, das noch zu verstärken. Über 50.000 Mal wurde in NRW letztes Jahr der Vorschuss genehmigt, also handelt es sich alles andere als um eine Randerscheinung. Dass Ladenburger dieses Amt inne hat, ist übrigens kein Zufall: Als erfahrene Kölner Juristin ist sie seit Februar die erste unabhängige Vertreterin für Kinderschutz im Land.
In der aktuellen Debatte um Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss für Kinder von Alleinerziehenden positioniert sich NRW-Kinderschutzbeauftragte Ladenburger klar gegen die Pläne der Bundesregierung. Experten und Sozialverbände warnen bereits seit Monaten vor den Folgen für armutsbedrohte Familien, denn der Unterhaltsvorschuss stellt oft die letzte finanzielle Absicherung dar, wenn Elternteile ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen. Laut neuen Medienberichten sieht sich die Politik in Zugzwang: Der Bundesrat plant, die Entscheidung bis nach der Sommerpause auszusetzen, und diverse Landesregierungen – auch Bayern, Schleswig-Holstein und Bremen – sprechen sich öffentlich gegen die Sparvorschläge aus.