IW-Chef Hüther sieht AfD-Regierungsbeteiligung in Sachsen-Anhalt als Risiko für Wirtschaft und Demokratie

Michael Hüther, Leiter des Instituts der deutschen Wirtschaft, äußert große Bedenken hinsichtlich einer möglichen Regierungsübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt. Besonders die Konsequenzen für Demokratie, den regionalen Arbeitsmarkt und die Wirtschaft machen ihm Sorgen. Er mahnt: Eine migrationsfeindliche Wende könnte gravierende Folgen haben.

heute 09:41 Uhr | 3 mal gelesen

Der Tonfall von Michael Hüther ist ungewohnt direkt: Die Möglichkeit einer von der AfD geführten Regierung in Sachsen-Anhalt „würde die Grenzen der Belastbarkeit unserer Demokratie auf eine harte Probe stellen“. Solche Worte sind aus der ansonsten oft nüchternen Wirtschaftsbranche selten zu hören.

Meinungsbild bei ostdeutschen Unternehmern

Interessant fand ich eine aktuelle Umfrage des IW, auf die Hüther sich beruft: Sechs von zehn ostdeutschen Unternehmerinnen und Unternehmern denken, dass die Demokratie im Land auf der Kippe steht. Diese Sorge ist sicher nicht aus der Luft gegriffen – schließlich hängen Investitionen oftmals an politischen Rahmenbedingungen, und die sind momentan ziemlich wackelig.

Signalwirkung für internationale Fachkräfte

Spannender Aspekt: Wie wirkt sich ein Regierungswechsel auf potenzielle Fachkräfte aus dem Ausland aus? Hüther meint, dass Deutschland ja schon jetzt um Talente ringt, also können wir es uns schlichtweg nicht leisten, Menschen durch ein migrationskritisches Klima zu verschrecken. Wer das ignoriert, läuft Gefahr, langfristig wirtschaftlich abgehängt zu werden.

Demografischer Wandel als Tickende Uhr

Sachsen-Anhalt kämpft ohnehin schon mit einer schiefen Altersstruktur. Laut IW könnten bis 2045 rund 25 Prozent der Erwerbsfähigen verloren gehen, sollte Zuwanderung ausbleiben. Ein Verhältnis, bei dem statistisch gesehen auf jeden Berufstätigen mehr als eine Person kommt, die selbst nicht mehr arbeitet – das bringt gewaltige soziale wie finanzielle Herausforderungen mit sich.

Wirtschaftliche Folgen einer Abschottung

Hüther spart nicht mit klaren Worten: Eine AfD-geführte Zuwanderungspolitik würde Sachsen-Anhalt wirtschaftlich massiv schaden. Aus seiner Sicht grenzt ein solcher Kurs fast an ökonomischen Selbstmord, was Arbeitsmarkt, Wachstumspotenzial und Staatsfinanzen angeht. Für ein ohnehin schrumpfendes und überalterndes Bundesland sei Abschottung also das Gegenteil von zukunftsfähig.

Wenn Sachsen-Anhalt keine Menschen von außen gewinnt, bleibt der Teufelskreis bestehen: Junge wandern ab, Ältere bleiben zurück, Unternehmen siedeln sich kaum noch an. Spätestens an diesem Punkt wird klar: Migration ist hier nicht irgendein emotionales Reizthema – sie entscheidet mit über die Überlebensfähigkeit der Region.

Standortattraktivität und politische Stimmung

Ein interessanter Nebenaspekt: Viele Firmen fühlen sich inzwischen politisch verunsichert. Laut IW-Umfrage ist für ostdeutsche Unternehmen die Demokratie keine bloße Formalie, sondern Voraussetzung für Planungssicherheit. Polarisierende Politik kann also nicht nur Wahlen, sondern auch ganze Wirtschaftsregionen beeinflussen – so nüchtern das klingt, so existenziell ist es am Ende des Tages. Ob das alle politischen Akteure erkannt haben?

Michael Hüther warnt eindringlich: Kommt die AfD in Sachsen-Anhalt an die Regierung, drohen neben demokratischen auch tiefreichende ökonomische Brüche – vor allem wegen des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels. Die IW-Umfrage macht klar, dass auch die ostdeutsche Wirtschaft die Lage kritisch sieht und politische Stabilität für Investitionen und Standortentscheidungen unverzichtbar bleibt. Neuere Medienbeiträge bestätigen den beunruhigenden Trend: Auch andere wirtschaftswissenschaftliche Institutsleiter sehen die Gefahr, dass eine migrationsfeindliche Politik Unternehmen abschreckt und den Standort schwächt.

Aktuelle Einschätzungen und politische Entwicklungen

Nach Recherchen in den letzten 48 Stunden melden mehrere Leitmedien, dass die AfD in Ostdeutschland weiter an Zustimmung gewinnt, wobei Sachsen-Anhalt als mögliches Kippland bezeichnet wird. Fachleute verweisen wiederholt auf die Bedeutung von Zuwanderung gerade für wirtschaftsschwache Regionen, und warnen vor der Gefahr eines Investitionsstopps durch politische Unsicherheit. Anders gesagt: Die wirtschaftliche Zukunft von Sachsen-Anhalt wird zur entscheidenden, politischen Streitlinie der kommenden Wochen und Monate.

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