Hitzewellen treffen Deutschland nicht mehr nur als gelegentliche Ausnahmefälle, sondern sind inzwischen fast so sicher wie das Amen in der Kirche – und mit ihnen eskaliert die Sorge ums Wasser. Britta Haßelmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen, macht dabei kein Geheimnis aus ihrer Frustration: Während Kommunen teils schon den Rasensprenger verbieten und Anwohner auf den Wasserstand schielen, schöpfen manche Branchen munter weiter. Die Verantwortung könne nicht allein auf die Haushalte abgewälzt werden, meint auch Julia Verlinden, ihre Stellvertreterin. Dass der Zugang zu Wasser davon abhänge, wo man lebt oder wie solvent das Unternehmen ist, hält Verlinden schlicht für nicht mehr zeitgemäß. Die Grünen fordern daher Mindeststandards – und zwar bundesweit, nicht länger nach Gusto der einzelnen Gemeinde oder dem großzügigen Dreh am Industriellen-Hahn. Ihre Botschaft: Künftig soll Trinkwasser nicht nur symbolisch, sondern auch juristisch Vorrang haben. Gerade große Verbraucher, besonders in der Getränke- und Bauindustrie, sollen nicht weiter zum Nulltarif an wertvolle Ressourcen kommen können. Ein bundesweit einheitliches Wassernutzungsregister soll für Transparenz sorgen – also: Wer wie viel Wasser nimmt, wird festgehalten, idealerweise in Echtzeit. Die Grünen setzen dabei auf stärkere Preisanreize, aber auch auf bessere Kontrollen. Ihr Appell an die Bundesregierung: Klarere Kante – das Wasserrecht darf kein Flickenteppich mehr sein.
Die Grünen-Fraktion im Bundestag fordert angesichts der zunehmenden Wasserknappheit in Deutschland einheitliche, strengere Regeln zur Wasserentnahme, insbesondere für industrielle Großverbraucher. Sie schlagen vor, die Versorgung der Menschen mit sauberem Trinkwasser im Wasserhaushaltsgesetz klar zu priorisieren, ein bundesweites Wasserregister einzuführen und Entnahmegebühren für Unternehmen verbindlich zu regeln. Nach aktuellen Informationen sind laut Umweltbundesamt viele Grundwasserstände in Teilen Deutschlands weiterhin zu niedrig, und Experten warnen, dass die Klimaveränderungen die Wasserknappheit in den nächsten Jahren noch verschärfen könnten – was nun auch in anderen Parteien Debatten um nationale Wassermanagementpläne und die stärkere Förderung von Wasserspeichertechnologien ausgelöst hat.