Manchmal frage ich mich wirklich, wie sich das anfühlt, wenn einem auf jedem gesellschaftlichen Event plötzlich dieselben Leute begegnen – immer diskret, aber irgendwie zu interessiert. Hendrik Streeck schilderte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass er genau dieses Erlebnis hatte: Vertreter der Tabaklobby hätten ihn in den letzten Wochen auf Berliner Sommerfesten beinahe schon belagert. Da werden dann auch schon mal Gesprächspartner abfotografiert – das erinnert fast an Paparazzi oder Agentenstreifen, nur läuft hier eine Lobbyarbeit auf merkwürdige Weise aus dem Ruder. Noch absurder: Seine Gesprächspartner wurden anschließend gezielt angesprochen und Streeck als inkompetent dargestellt. Er nennt das Ganze „wie Stalking“ – krass, aber nachvollziehbar. Besonders frustrierend für ihn ist jedoch, wie viel Einfluss diese Lobbyisten offenbar auch in der Regierung haben. Selbst beim Plan, gesundheitsschädliche Stoffe in E-Zigaretten zu verbieten, gibt es Widerstände bis in die eigenen Reihen. Wer schützt hier eigentlich wen? Streeck mahnt eindringlich, wer die Politik bestimmt, muss sich zuerst Kindern und Jugendlichen gegenüber verantworten – nicht vor der Kasse der Tabakkonzerne. Extra Kopfschütteln bereitet ihm schließlich noch die Idee, Nikotinbeutel zu besteuern – als wäre damit das Problem gelöst. Für ihn gehört das Zeug verboten, egal, ob Steuermehreinnahmen im Raum stehen oder nicht.
Die Debatte um den Einfluss der Tabaklobby auf die deutsche Politik ist hochaktuell, besonders durch Streecks offene Kritik. In den letzten Tagen wurde mehrfach berichtet, wie Lobbygruppen versuchen, Gesetzesvorhaben zu torpedieren – ein Thema, das besonders beim Schutz junger Menschen brisant bleibt. Laut aktuellen Medienberichten fordern zahlreiche Gesundheitsexperten ein generelles Verbot von Nikotinbeuteln, da diese nicht harmloser als herkömmliche Zigaretten seien und besonders leicht bei Jugendlichen Anklang finden. Viele Experten warnen, dass der Trend hin zu neuartigen Nikotinprodukten wie Vapes und Nikotinbeuteln auf dramatische Weise unterschätzt wird: Abhängigkeit und gesundheitliche Folgen sind auch hier enorm. Die Bundesregierung zeigt sich in der Gesetzgebung bislang gespalten – neben gesundheitspolitischen Zielen fließen auch fiskalische Interessen ein, was immer wieder zu widersprüchlichen Signalen führt.