In einem Gespräch mit der Zeitung schlug Gauweiler vor: „Es wäre klug, den Freien Wählern bundesweit die Möglichkeit zu geben, als Bündnis Freie Wähler/CSU zu kandidieren.“ Hintergrund seiner Idee: Während eine rechte Mehrheit in Deutschland existiere, werde das Land dennoch von einer eher linken Regierung geführt. Die Union, so Gauweiler, gerate durch die Stärke der AfD jedes Mal unter Zugzwang und lande dann im Bündnis mit SPD oder Grünen – eine dauerhafte Lösung sei das nicht. Ein gemeinsamer Auftritt von CSU und Freien Wählern könnte dafür sorgen, dass ein solideres, konservatives Sammelbecken entsteht. Die AfD lehnt er als Koalitionspartner nach wie vor ab, und die FDP hält er für zu schwach, um relevante Mehrheiten zu liefern. Sein Blick geht dabei Richtung Bayern: 'Bayern ist erfolgreicher, weil CSU und Freie Wähler gemeinsam agieren – in anderen Bundesländern ist das Jammern größer.' Für Gauweiler ist Hubert Aiwanger einer, dem es gelungen sei, die Freien Wähler zu profilieren, auch wenn eine bundesweite Ausdehnung bisher gescheitert sei. Ein Bündnis mit der CSU könnte diese Wählergruppen neu motivieren. Die Kandidatenaufstellung außerhalb Bayerns sollte dabei Aufgabe der Freien Wähler bleiben.
Gauweilers Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die politische Landschaft rechts der Mitte in Deutschland zusehends fragmentiert wirkt – Stichwort erstarkende AfD, schwächelnde FDP, und eine Union, die sich oft in der Rolle des Züngleins an der Waage wiederfindet. Besonders die Regierungskoalition in Bayern gilt vielerorts als Erfolgsmodell für Stabilität im konservativen Lager. Aktuelle Diskussionen in der deutschen Politik zeigen, dass das bürgerliche Spektrum nach neuen Bündnissen sucht, vor allem, weil viele Wähler unzufrieden mit den Angeboten der etablierten Parteien sind. jüngste Recherchen belegen, dass auch innerhalb der Freien Wähler Überlegungen existieren, wie man bundesweit an Profil gewinnen kann, allerdings fehlt noch das überzeugende Konzept für ein echtes Durchstarten auf Bundesebene.