Studie: Sieben Hebel könnten Kündigungskosten drastisch senken

Laut einer aktuellen Studie könnten gezielte Änderungen bei Kündigungsregeln die Kosten pro Kündigung in Deutschland deutlich reduzieren – auf nur noch 1,27 Jahresgehälter.

heute 13:00 Uhr | 3 mal gelesen

Die in Kürze veröffentlichte Analyse vom französischen Ökonomen Yann Coatanlem, auf die sich das 'Handelsblatt' stützt, bringt ziemlich konkrete Vorschläge auf den Tisch. Sieben Ansatzpunkte hebt die Studie hervor, darunter: Die Grenze für erleichterte Kündigungen sollte gesenkt werden – von aktuell 177.000 auf 101.400 Euro Jahresgehalt. Damit wären nicht mehr nur zwei Prozent, sondern zehn Prozent der Vollzeitkräfte erfasst. Bemerkenswert: Statt wie bisher mit dem Betriebsrat jede einzelne Kündigung abzusprechen, schlägt Coatanlem eine Art Gruppen-Voranmeldung vor. Unternehmen könnten so bestimmte Kündigungen in einem Rutsch ankündigen. Außerdem steht das Thema Frühverrentung im Fokus: Bestverdienende, die lange einzahlen, sollen beim Wechsel in die Rente einen höheren monatlichen Zuschlag bekommen (0,7 statt 0,5 Prozent). Bereits mit drei Maßnahmen könnte demnach eine massive Senkung der Kündigungskosten gelingen. Wobei ich beim Durchlesen schon ins Grübeln komme – wie viel Praxis steckt da wirklich dahinter oder bleibt das etwas graue Theorie?

Die Studie von Yann Coatanlem plädiert mit sieben Vorschlägen dafür, die wirtschaftlichen Belastungen von Kündigungen zu verkleinern, indem rechtliche Schwellen gesenkt und Abläufe sowohl für Betriebe als auch Beschäftigte vereinfacht werden. Schon eine Teil-Umsetzung könnte dazu führen, dass Arbeitgeber weniger für Abfindungen und Umstrukturierungen aufwenden müssen – was wiederum dynamischere Arbeitsmärkte fördern könnte. Über Coatanlems Ansatz diskutieren Fachleute kontrovers: Während einige die Flexibilisierung der Kündigung als bedenklich für Arbeitnehmerschutz kritisieren, sehen andere darin die Chance auf ein wettbewerbsfähigeres Unternehmertum und mehr Beweglichkeit am Arbeitsmarkt. Letztlich schlägt die Debatte um Kündigungsschutz und Kosten regelmäßig hohe Wellen – und ein einfacher Patentrezept scheint kaum in Sicht, auch wenn die Studie bemerkenswerte Wege aufzeigt. Zusätzliche Details aus aktueller Online-Recherche: Das Thema Kündigungsschutz erfährt derzeit erhöhte Aufmerksamkeit, insbesondere vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Unsicherheiten, sich verändernder Arbeitsstrukturen und jüngster Arbeitsmarktdaten, die zeigen, dass Kündigungsraten aufgrund von Umstrukturierungen steigen. Auch die Tarifparteien nehmen auf, dass eine Balance zwischen Schutz und Flexibilität neu verhandelt werden muss. Die Reaktionen auf Coatanlems Vorschläge sind gemischt, manche fürchten einschneidende Veränderungen für Arbeitnehmerrechte, andere hoffen auf Modernisierung und bessere Wettbewerbsfähigkeit.

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