Sobald Reinhard Möseneder ins Rennen um die ORF-Generaldirektion einstieg, setzten Spekulationen ein. Kein typischer Medienprofi, kein Parteisoldat – sondern einer, der internationale Wirtschafts-Luft geschnuppert hat, Marken lenkte, Unternehmen modernisierte. Aufgewachsen in der Steiermark, führte Möseneder Leadership-Teams quer durch die Welt bei Unternehmen wie Procter & Gamble, Henkel, Colgate-Palmolive. Er kennt Veränderung – von Digitalisierung bis Neuausrichtung.
In Sachen gesellschaftlicher Verantwortung war er mehr als reiner Gewinnmaximierer: Mit Colgate-Palmolive initiierte er die österreichweite Gesundheitskampagne 'Monat der Mundgesundheit' – inklusive Koordination mit Ministerium und Zahnärzten. Die Bilanz: Hunderttausende profitierten, Partnerschaft zwischen Privatsektor und Staat lebendig gemacht.
Unternehmerisch wagte Möseneder mit Peeroton den Schritt in die Selbstständigkeit – aus dem Nischendasein wurde über Jahre eine Sporternährungsmarke, die sich in Österreich behaupten konnte, eng verknüpft mit dem Sportökosystem und Olympia-Verband.
Sein erklärtes Ziel: 'Organisationen durch Wandel führen' – meint er wörtlich. Der ORF, behauptet er, brauche Leadership, die nicht bei morgen Halt macht, sondern weit denkt: ORF 2035 heißt seine Roadmap. Dabei sieht er den Sender weniger als schlichten Medienbetrieb, sondern als Pfeiler gelebter Demokratie, Brückenbauer in einer zerrissenen Gesellschaft. Gerade im Kontext von Digitalisierung, KI, zunehmender Polarisierung.
Privat lebt MEÖ (so nennen ihn manche) für Familie, Sport und Fliegerei. Die vier Enkelkinder sieht er als täglichen Reminder, an später zu denken. Aus Sport und Pilotenschein zieht Möseneder Prinzipien wie Teamwork und Verantwortung; beides hält er für elementar in der Führung.
Doch Möseneder wettert nicht gegen das Bestehende: Die Qualität der ORF-Journalisten und Kreativen will er sichtbar machen, verknüpfen, stärken – sein Credo ist der Perspektivwechsel. Seine Vision, in einem Satz: 'Nicht bloß berichten, sondern Österreich verbinden.'
Sein Führungsstil – vielleicht unaufgeregt, aber konsequent: Zuhören, Menschen begleiten, gemeinsam etwas aufbauen. Das Ziel? Ein ORF, mit dem sich die Gesellschaft tatsächlich identifiziert, dem sie vertraut, den sie nutzt, auf den sie stolz ist.
Er gilt als Brückenbauer und setzt auf Vertrauen, Innovation und Zusammenarbeit. Aus seiner Sicht: 'Nachhaltiger Erfolg entsteht dort, wo Verantwortung geteilt, Vertrauen gegeben und Zukunft gemeinsam gestaltet wird.'
Reinhard Möseneder bringt jahrzehntelange Erfahrung aus der Wirtschaft, Markenführung und als Unternehmer in seine Kandidatur für die ORF-Generaldirektion ein – ohne klassische Medienkarriere, aber mit vielen Transformationsprojekten, wie die umfangreiche Gesundheitsvorsorgekampagne mit Colgate-Palmolive beweist. Mit Peeroton zeigte Möseneder anhaltenden Unternehmergeist im Bereich Sporternährung, verbunden mit diversen Partnerschaften im österreichischen Sportsektor. Im aktuellen Diskurs rund um öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dessen künftige Rolle wirbt Möseneder für einen Brückenschlag zwischen Tradition und Zukunft und positioniert sich als moderner, gesellschaftsorientierter Manager, der den ORF durch Zeiten der Unsicherheit und Digitalisierung führen will.
Aktuelle Entwicklungen dazu: In den letzten zwei Tagen wurde der nahende Wechsel an der ORF-Spitze in zahlreichen österreichischen Medien diskutiert, wobei auch Stimmen aus dem ORF selbst die Wichtigkeit von Transformationswillen und Unabhängigkeit betonten. Während Teile der Belegschaft sich sorgen, dass externe Kandidaten wie Möseneder den 'ORF-Spirit' gefährden könnten, deuten Medienexperten darauf hin, dass ein Schuss frischer Unternehmergeist einer der ältesten Medienanstalten des Landes durchaus guttun könnte. Der öffentliche Diskurs verengt sich jedoch auch auf das Dauerthema politischer Einfluss – viele fragen, wie unabhängig ein Generaldirektor wirklich agieren könnte, und ob die geforderte Orientierung am Gemeinwohl in einer Landschaft voller wirtschaftlicher und politischer Zwänge nicht ohnehin ein Idealbild bleibt.