Industrie-Auftragslage wächst: Deutschland im Aufwind

Im März 2026 hat die deutsche Industrie beim Auftragsbestand im Vergleich zum Vormonat wieder zugelegt – ein Plus von saison- und kalenderbereinigt 1,6 Prozent.

heute 08:38 Uhr | 1 mal gelesen

Vergleicht man März 2026 mit dem Vorjahresmonat, zeigt sich ein kräftiger Zuwachs beim Auftragsbestand – laut Destatis stieg er kalenderbereinigt um satte 8,4 Prozent gegenüber März 2025. Erfreulich: Nahezu alle Wirtschaftsbereiche profitierten davon. Besonders auffällig waren die Steigerungen im Bereich Sonstiger Fahrzeugbau (also alles von Lokomotiven bis Militärfahrzeugen, +1,5 Prozent zum Februar) und bei der Produktion von Computern, Elektronik & Co, die sogar um 3,8 Prozent wuchs. Die Bestellungen aus dem Inland legten um 1,4 Prozent zu, der Bestand an Exportaufträgen kletterte um 1,7 Prozent. Investitionsgüterhersteller verbuchten ein Plus von 1,3 Prozent, während die Erzeuger von Vorleistungsgütern – also Rohstoffe und sonstige Zutaten für die Industrie – sogar 2,0 Prozent mehr verzeichneten. Für Konsumgüter (etwas, was uns als Endverbraucher direkt angeht) gab es einen bemerkenswerten Anstieg um 5,0 Prozent. Die Industrie kann sich also auf gut gefüllte Bücher freuen: Die durchschnittliche Reichweite der Aufträge – also wie lang die Aufträge noch vorhalten – wuchs im März auf 8,8 Monate, nach 8,6 Monaten im Februar. Für Investitionsgüterhersteller sind es sogar schon 12,2 Monate, bei Vorleistungsgütern 4,6 und bei Konsumgütern 4,0 Monate. Ob das ein nachhaltiger Trend ist? Ganz sicher lässt sich das nicht sagen, aber Optimismus ist angebracht.

Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass sich die deutsche Industrie allmählich von vergangenen Krisenjahren erholt und wieder stärker am globalen Wettbewerb teilnimmt. Triebfedern sind vor allem die hohe Nachfrage nach Investitionsgütern und die positive Entwicklung im Exportgeschäft, so dass viele Unternehmen auf einen längeren Planungshorizont hoffen können. Gleichzeitig bleibt die konjunkturelle Unsicherheit wegen hoher Energiepreise, geopolitischer Verwerfungen und andauernder Lieferkettenprobleme bestehen, was jedoch bisher dem zunehmenden Auftragsbestand kaum merklich schadet. Aktuelle ergänzende Recherchen ergeben, dass die deutschen Unternehmen weiterhin unter den Unsicherheiten durch internationale Konflikte und volatile Rohstoffmärkte leiden, aber von der robusten Nachfrage nach digitalen und nachhaltigen Produkten profitieren. Die Mehrheit der Wirtschaftsanalyst:innen zeigt sich vorsichtig optimistisch, dass sich die Auftragslage in den nächsten Monaten stabilisieren oder sogar weiter verbessern wird. Zugleich fordern Industrieverbände eine gezielte Industriepolitik und Investitionen in Infrastruktur und Innovation, um das Wachstum langfristig abzusichern.

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