Mäc-Geiz hat erneut Insolvenz angemeldet – Wie geht es weiter?

Das Amtsgericht Halle (Saale) hat bekanntgegeben, dass der Discounter Mäc-Geiz wieder einen Insolvenzantrag gestellt hat. Was bedeutet das nun für die Filialen und das Personal?

heute 12:00 Uhr | 2 mal gelesen

Mäc-Geiz darf laut Entscheidung des Amtsgerichts Halle (Saale) auch im laufenden Insolvenzverfahren seine Geschäfte zunächst eigenständig weiterführen – allerdings unter der Aufsicht eines vorläufigen Sachwalters. Interessant ist dabei, dass die Planung der Eigenverwaltung offenbar als tragfähig und nachvollziehbar eingeschätzt wurde; der Gläubigerausschuss verzichtete sogar komplett auf eine mündliche Anhörung, was durchaus untypisch sein kann. Vielleicht sind hier Parallelen zum ersten Insolvenzverfahren 2010 zu ziehen, als das Unternehmen schon einmal knapp an einem Aus vorbeischrammte, nur um sich dann mit Hilfe von Investoren aus Österreich neu aufzustellen. Letztlich schwingt bei solchen Nachrichten immer ein wenig Unsicherheit für die rund 290 Filialen und etwa 1.600 Beschäftigten mit – eine Kette, die vielen Menschen durchaus vertraut ist, gerade im Osten Deutschlands. Man fragt sich zwangsläufig: Gibt es bei der nächsten Runde wirklich noch einen Ausweg oder wird hier ein bekanntes Kapitel zum letzten Mal aufgeschlagen? Wieder mal zeigt sich, wie fragil selbst scheinbar etablierte Handelskonzepte sein können. Und ein bisschen hat man das Gefühl, so ein Szenario entwickelt manchmal eine eigene Dynamik, bei der einzelne Entscheidungen plötzlich eine Domino-Reihe anstoßen.

Kurz gesagt: Mäc-Geiz, eine der bekannteren deutschen Billig-Discounterketten, steht nach 2010 erneut finanziell auf wackeligen Beinen und hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht fand den Sanierungsplan aktuell stimmig, was den Verantwortlichen eine – zumindest vorläufige – gewisse Handlungsfreiheit ermöglicht. Allerdings sind die nächsten Monate entscheidend: Die Einzelhandelsbranche steht unter massivem Druck durch Inflation, Konsumzurückhaltung und Konkurrenz durch Online-Anbieter, was das Überleben von Discountern wie Mäc-Geiz enorm erschwert. Neue Entwicklungen, wie die anhaltende wirtschaftliche Herbst- und Winterdelle, steigende Kosten für Energie, Löhne und Mieten oder ein verändertes Kaufverhalten, könnten auch maßgeblich das weitere Schicksal der Kette beeinträchtigen. Erst kürzlich meldete ein weiteres Unternehmen der Branche, Galeria Karstadt Kaufhof, gravierende Einschnitte an, die den Strukturwandel im stationären Einzelhandel erneut vor Augen führen. Laut Branchenanalysen befinden sich auch andere Discounter und Nonfood-Ketten heute in einer Phase der Unsicherheit, da sich das Zahlungsverhalten und Einkaufsgewohnheiten der Kundschaft immer schneller verschieben. Parallel dazu rücken Fragen rund um Restrukturierungen: Warenwirtschaft, digitales Angebot und Filialverdichtung stärker in den Fokus der Unternehmenssanierungen.

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