Über das Gastgewerbe hängt derzeit ein grauer Vorhang: Im März 2026 sind die Umsätze bereits zum zweiten Monat in Folge gesunken. Laut Destatis lagen sie – bereinigt um saisonale und kalendarische Einflüsse – real um 2,2 Prozent unter dem Niveau vom Vormonat, nominal sogar 1,3 Prozent weniger als im Februar. Im Vergleich zum März des Vorjahres sieht es noch düsterer aus: Während die Preise davongaloppieren (ein Plus von 2,5 Prozent nominal), brach die reale Kaufkraft regelrecht ein (minus 5,2 Prozent). Letztlich bedeutet das: So schlechte Zahlen gab’s zuletzt während der Corona-Bremsspuren Anfang 2022 – ein Déjà-vu, nur ohne Lockdowns.
Interessant: Im Februar gab es nach der letzten Überarbeitung der Daten sogar ein minimales Plus von 0,2 Prozent, das zunächst gar nicht aufgefallen war (vorher war man von 0 Prozent ausgegangen). Ob das jetzt beruhigt? Eher nicht. Hotels und Beherbergungsbetriebe traf es besonders hart, sie verloren zum Vormonat mehr als 5 Prozent Realumsatz, während die Gastronomie sich mit einem Mini-Rückgang von 0,1 Prozent noch halbwegs tapfer hielt – na ja, relativ gesehen. Gegenüber dem Vorjahr sieht es für beide Sparten schlecht aus: Bei den Hotels minus 4,2 Prozent, bei Restaurants sogar minus 5,7 Prozent real. Seltsam, dass rein rechnerisch mehr Geld fließt, aber am Ende spüren die Betriebe trotzdem immer weniger in der Kasse.
Das Gastgewerbe in Deutschland kämpft weiterhin mit den Folgen steigender Kosten und zurückgehender Nachfrage. Preiserhöhungen können das reale Minus nicht auffangen – im Gegenteil: Die steigenden Lebenshaltungskosten lassen viele Menschen seltener ins Restaurant oder Hotel gehen, was sich nun in den Umsatzzahlen niederschlägt. Nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern auch zahlreiche Mittelständler und Beschäftigte sind von dieser Entwicklung betroffen; laut mehreren Branchenverbänden steckt der Sektor in einem anhaltenden Stimmungstief und warnt sogar vor verstärkten Insolvenzen, sollten keine politischen Maßnahmen zur Entlastung kommen.
Aktuelle Artikel, z.B. auf faz.net und zeit.de, beleuchten, dass steigende Energiepreise, Arbeitskräftemangel und die noch immer spürbaren Nachwirkungen der Pandemie die Branche zusätzlich ausbremsen. Zudem sind viele Betriebe nach wie vor auf Kurzarbeit oder haben ihr Angebot eingeschränkt, um überhaupt zu überleben. Dadurch spitzt sich die Situation im Gastgewerbe weiter zu – viele Unternehmer hoffen nun auf die bevorstehende Urlaubssaison, die zumindest für temporäre Erholung sorgen könnte.