So meldet die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) unter Berufung auf bislang unveröffentlichte Daten des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDF). Laut dieser Auswertung stagniert das Sitzplatzangebot bei Flügen von und nach Deutschland im ersten Halbjahr 2026 weiter und liegt bei gerade mal 87 Prozent des Niveaus vor der Pandemie (Referenz: erstes Halbjahr 2019). Anders läuft es in anderen europäischen Staaten: Dort ist das Aufkommen sogar über das Vorkrisenniveau hinausgewachsen, mit durchschnittlich 113 Prozent verglichen zu früheren Zeiten. Die Diskrepanz ist so hoch wie nie: Eine Kluft von 26 Prozentpunkten, die noch im ersten Halbjahr 2023 mit 18 Punkten spürbar kleiner war. Besonders Länder wie Polen (146 Prozent), Griechenland (143 Prozent) und Portugal (125 Prozent) legen kräftig zu, während Deutschland mit Finnland (86 Prozent) und Schweden (77 Prozent) abgeschlagen zurückbleibt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Flaute sind beachtlich: Für die Jahre 2023 bis 2025 rechnet der BDF mit einem umgerechnet inflationsbereinigten Wertschöpfungsverlust von etwa 40 Milliarden Euro – Hotels, Caterer, Tankfirmen, Läden und Restaurants spüren das Gros dieser Einbußen, weil weniger Reisende nach Deutschland kommen. Christoph Ploß, der Tourismus-Koordinator der Bundesregierung, schlägt angesichts dieser Entwicklung Alarm: "Wir stehen parteiübergreifend in der Pflicht, Flugreisen von und nach Deutschland wieder attraktiver zu machen," betont er gegenüber der NOZ. Besonders kritisiert Ploß die im internationalen Vergleich hohen Kosten rund um deutsche Flughäfen. Die Senkung der Luftverkehrsteuer zum 1. Juli sei zwar ein Schritt, doch es müssten auch weitere Gebühren und Kosten für Infrastruktur und Sicherheit nach unten angepasst werden. Ploß warnt: "Es droht, dass noch mehr Flugzeuge Deutschland verlassen – und die verbliebenen Angebote für alle, die reisen wollen, spürbar teurer werden. Gerade Familien und Beschäftigte dürfen beim Thema Urlaub nicht auf der Strecke bleiben." Unsicher bleibt, ob die Regierung auf breiter Front gegensteuert.
Der deutsche Flugverkehr bleibt deutlich hinter dem europäischen Durchschnitt zurück und verliert im internationalen Vergleich weiter an Boden. Die Faktoren: hohe Gebühren, teure Infrastruktur und komplexe Standortkosten, die Airlines abschrecken und die Preise für Reisende nach oben treiben. Gleichzeitig profitieren andere EU-Länder vom Boom – sie bieten nach Corona viele neue Verbindungen und locken Touristen sowie Geschäftsreisende verstärkt an, während in Deutschland milliardenschwere Verluste durch den Einbruch entstehen. Laut Branchennews aus der Recherche gab es diese Woche verstärkte Proteste der Luftfahrtindustrie bezüglich der Luftverkehrssteuer und anhaltende Kritik aus der Wirtschaft an der Untätigkeit der Politik. Zahlreiche Nachrichtenportale berichten heute zudem, dass die Streckenstreichungen bei Lufthansa und anderen großen Airlines andauern und dass Investitionen in nachhaltige Flughafeninfrastruktur nur langsam anlaufen.