Ehrlich gesagt, hätte ich vor ein paar Jahren nicht gedacht, dass die Kurve so deutlich nach unten zeigen würde. Nach Zahlen, die der 'Welt am Sonntag' vorliegen – und ursprünglich wohl besser unter Verschluss geblieben wären – sind zwischen Januar und Juni 2026 nur noch 51.147 Erst- und Zweitanträge auf Asyl in Deutschland eingegangen. Das entspricht rund einem Viertel weniger als im Vergleichszeitraum 2025, wo noch etwa 70.000 Menschen ihr Glück suchten. Kurz innehalten: Diese Größenordnung ist echt beträchtlich – was steckt dahinter? In der Rangliste der EU+, also der EU-Staaten plus Norwegen und Schweiz, taucht Deutschland deshalb nur noch auf Platz vier auf. Wer liegt vorn? Frankreich führt mit 65.538 Anträgen, dann kommen Italien und Spanien – beide mit Zahlen über 50.000. Irgendwie ungewohnt, oder? Noch vor wenigen Jahren wurde Deutschland ständig als zentrale 'Drehscheibe' gesehen, jetzt haben andere übernommen. Länder wie Ungarn, die Slowakei oder Litauen spielen zumindest zahlenmäßig kaum eine Rolle (49, 66 und 130 Anträge – das ist kaum zu glauben). Übrigens: In Deutschland stammen fast vier von zehn Antragstellenden aus Afghanistan; Türkei und Syrien folgen mit je neun Prozent. EU-weit beantragten insgesamt gut 321.000 Menschen Schutz, etwa 20 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Der vertrauliche EU-Bericht, aus dem diese Daten stammen (witzig, wie oft 'vertraulich' und 'geleakt' zusammengehören), liefert auch Details zu Herkunft und Zielländern: Afghanistan bleibt Spitzenreiter, dicht gefolgt von Venezuela und Bangladesch. Während Afghanen besonders häufig nach Deutschland streben, zieht es Venezolaner nach Spanien; Bangladescher bevorzugen Italien. Komisch, wie sich diese Wanderungen immer wieder neu sortieren – fast wie das Muster in einem Kaleidoskop, das sich bei jedem Schütteln ändert.
Deutschlands Asylzahlen haben sich im ersten halben Jahr 2026 erheblich reduziert – ein Rückgang von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders bemerkenswert ist, dass Deutschland damit erstmals seit Langem nicht mehr das wichtigste Zielland für Asylsuchende innerhalb der EU+ ist, sondern hinter Frankreich, Italien und Spanien rangiert. Diese Entwicklung scheint unter anderem mit verschärften Grenzkontrollen, strengeren Vorgaben für Asylanträge sowie neuen EU-Abkommen mit Drittstaaten (wie dem jüngst beschlossenen Asyl- und Migrationspakt) zusammenzuhängen. Europaweit ist der Rückgang ebenfalls deutlich, wobei Fluchtbewegungen sich verschieben: Während Afghanen nach wie vor überwiegend in Deutschland ankommen, haben andere Gruppen (Venezolaner, Bangladescher) neue Hauptzielländer gefunden. Aktuelle Analysen aus Politik, Medien und Fachkreisen thematisieren dabei auch Risiken wie drohende Überlastungen in anderen EU-Staaten, die Möglichkeit sinkender Integrationsangebote und die Debatte um faire Verteilung der Migrant:innen. Die politische Diskussion bleibt emotional und polarisiert – in Deutschland ebenso wie im Rest Europas.