Deutschlandticket: Monatspreis könnte auf 66,90 Euro klettern

Am Mittwoch diskutiert der Koordinierungsrat des Deutschlandtickets über den Preis für 2025. Im Raum stehen 66,90 Euro monatlich – ein Anstieg um 3,90 Euro. Für die notwendige Systemumstellung der Verkehrsunternehmen wird ein Quartal Vorlauf benötigt.

heute 00:03 Uhr | 2 mal gelesen

Am Mittwoch steht eine Entscheidung an: Im Koordinierungsrat Deutschlandticket geht es um die Preisgestaltung für das nächste Jahr. Bund, Länder, Kommunalvertreter und die Branche ringen um die neue monatliche Rate.

Diskussion: 66,90 Euro monatlich?

Laut "Rheinischer Post" könnte der Preis auf 66,90 Euro ansteigen. Verglichen mit den aktuellen 63 Euro wäre das kein Riesensprung, aber doch spürbar für viele.

Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern, die finale Einigung fehlt. Der Preis orientiert sich an einem Kostenindex, der allerlei Faktoren wie Energie-, Personal- und Betriebsausgaben berücksichtigt.

Fahrgastverband äußert sich frustriert

Detlef Neuß von Pro Bahn hält den erneuten Anstieg für schwierig: "Es reicht langsam." Zähneknirschend schluckt man die Erhöhung, findet aber, es sei eher an der Zeit, vielleicht einen Rabatt für ÖPNV-Nutzer einzuführen, wie Autofahrer ihn beim Tankrabatt erleben.

Verkehrsunternehmen: Drei Monate Vorbereitung

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) betont die Notwendigkeit, jetzt Klarheit zu bekommen. Denn bis alle Systeme umgestellt und die Kunden informiert sind, vergehen gut drei Monate – kein leichtes Unterfangen mit der deutschen Bürokratie, das wissen wir alle.

Der Aufschlag auf 66,90 Euro entspräche 3,90 Euro mehr pro Monat – oder 46,80 Euro im Jahr. Das ist zwar kein Vermögen, kann aber für Berufspendler oder Auszubildende spürbar sein.

Den Spielraum beim Preis geben die Unternehmen dabei nicht selbst vor. Der erwähnte Index ist bindend und spiegelt recht neutral inflationäre Effekte und steigende Kosten wider.

Schwierige Finanzierung: Öffentliche Hand oder Nutzer?

Das Deutschlandticket bringt bundesweit den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr auf einen Nenner. Die politische Tragweite spiegelt sich nicht nur im Preis wider, sondern vor allem in der Frage: Wer zahlt das eigentlich? Ein höherer Preis entlastet staatliche Kassen, ist aber eine zusätzliche monatliche Belastung – besonders für Vielfahrer, Pendler oder Azubis mit knappem Geldbeutel.

Der Vorschlag von Pro Bahn für "Rabatte statt weiterer Aufschläge" ist durchaus charmant – gerade vor dem Hintergrund, dass Autofahrer regelmäßig profitiert haben. Letztlich wird für viele Kund:innen nicht nur der Preis, sondern auch ein Stück Planungssicherheit entscheidend sein. Bleibt zu hoffen, dass zusätzliche Einnahmen auch direkt in Service und Angebot des Nahverkehrs zurückfließen.

Am Mittwoch entscheidet der zuständige Koordinierungsrat über einen möglichen Preisanstieg des Deutschlandtickets auf 66,90 Euro. Der Kostenindex, der u. a. Personal-, Energie- und Betriebskosten umfasst, ist ausschlaggebend für die Erhöhung. Fahrgastverbände kritisieren die fortlaufende Mehrbelastung für Pendler, während Verkehrsunternehmen Planungssicherheit fordern, da die Umstellung drei Monate in Anspruch nimmt.

Aktuelles aus diversen Medien

Wie DIE ZEIT berichtet, fordern Länder und Kommunen angesichts der Kostensteigerungen mehr Unterstützung vom Bund, um den öffentlichen Nahverkehr nicht durch weitere Preissteigerungen unattraktiv zu machen. Auch laut FAZ sehen Experten die Gefahr, dass steigende Preise vor allem Menschen mit niedrigen Einkommen treffen könnten und fordern gezielte Entlastungen oder Sozialtickets für besonders Betroffene. Die Süddeutsche Zeitung weist darauf hin, dass der Bund das Deutschlandticket bis 2026 jährlich mit 1,5 Milliarden Euro unterstützt, doch bereits ab 2027 könnten Finanzierungslücken weitere Preisanpassungen notwendig machen oder das Angebot schmälern.

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