Diesel kostet so viel wie nie zuvor – Benzinpreis kratzt am Rekord

Eine Woche nach der Einführung neuer Tankstellenregeln scheinen die Spritpreise unbeeindruckt: Der Dieselpreis erklimmt einen Höchststand, während Benzin nur knapp an seinem bisherigen Rekord vorbeischrammt.

heute 09:59 Uhr | 3 mal gelesen

Irgendwie kommt einem das alles bekannt vor: Die Preise an der Zapfsäule explodieren, diesmal hat es besonders den Diesel erwischt. 2,447 Euro musste man am Dienstag im bundesweiten Mittel für einen Liter bezahlen – 13 Cent mehr als vergangene Woche. Schon wieder ein Rekord. Auch Super E10 hat zugelegt, kostet jetzt im Schnitt 2,188 Euro. Da fehlen nur ein paar Cent zum Allzeithoch. Seit einer Woche greifen in Deutschland neue Vorschriften – das sogenannte Österreich-Modell. Tanken noch teurer, weil die Stationen die Preise täglich nur noch um 12 Uhr anheben dürfen (nach unten jederzeit möglich). Ehrlich: Ein Aha-Erlebnis hat das bislang nicht ausgelöst. Vielleicht ist es aber auch einfach zu früh, um zu urteilen. Die Weltpolitik mischt ja auch kräftig mit. Aktuell sorgt ein vorläufiger Waffenstillstand im Nahen Osten für ein kleines Aufatmen: Öl wurde heute Morgen günstiger. Ob und wie das den Verbraucher an der Pumpe entlastet, bleibt aber offen. Typisch deutsch – man steht an der Kasse, wartet auf das Wunder, das doch nie kommt.

Fakt ist: Die Spritpreise in Deutschland bleiben auf Rekordniveau, insbesondere beim Diesel. Die neue Tankstellenregel zeigt bislang wenig Wirkung auf die Preisdynamik – wie überhaupt das Zusammenspiel aus Politik, Weltmarkt und Verbraucherverhalten komplex bleibt. Zusätzlich haben mehrere Nachrichtenportale heute berichtet, dass steigende Rohölpreise, Unsicherheiten durch geopolitische Krisen und die relativ hohen staatlichen Abgaben eine schnelle Entspannung an der Zapfsäule unwahrscheinlich machen. Studien und Marktbeobachtungen verweisen darauf, dass Tankstellen meist zögerlich mit Preissenkungen sind, selbst wenn der Rohölpreis kurzfristig sinkt. Außerdem wird betont, dass der europäische Vergleich wenig Hoffnung macht: Deutschland liegt bei den Kraftstoffpreisen weiterhin mit an der Spitze. Laut dem Energieexperten Andreas Lochner gibt es momentan kaum Anzeichen, dass der Fahrzeugsprit in den nächsten Wochen spürbar billiger wird. Gleichzeitig schauen Politikwissenschaftler kritisch auf die Abhängigkeit unseres Landes vom weltweiten Erdölgeschehen – alles bleibt also fragil, und das „Wunder an der Zapfsäule“ rückt nicht näher.

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