Drittmittelerträge pro Professur gehen 2024 leicht zurück – Spitzenplätze für RWTH Aachen und TU München

2024 nehmen die eingeworbenen Drittmittel der Professorinnen und Professoren an deutschen Unis erstmals seit Jahren wieder ab. Dennoch dominieren unangefochten technische Universitäten wie die RWTH Aachen, TU München und Universität Stuttgart das Ranking.

heute 08:15 Uhr | 2 mal gelesen

Die Zahlen sind eindeutig: Im Jahr 2024 lagen die durchschnittlichen Drittmittelerträge je Professur an deutschen Universitäten bei 325.400 Euro. Das klingt immer noch nach viel Geld, ist aber tatsächlich ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr – es fehlen im Schnitt rund 2,1 Prozent oder 6.800 Euro je Professur.

Zahlenkönige: RWTH Aachen, TU München & Co.

Erwartbar, aber trotzdem beeindruckend: Den Spitzenplatz verteidigt unverändert die RWTH Aachen mit rund 1,16 Millionen Euro pro Professur. Dicht dahinter: Die TU München (891.100 Euro) und die Uni Stuttgart (860.500 Euro). Für den Vergleich sind Medizinfakultäten außen vor geblieben, was das Bild etwas verschiebt – denn gerade im medizinischen Bereich sind die Summen immer besonders hoch.

Wozu das Ganze? Drittmittel sind eine Art äußere Bestätigung für die Forschungsleistung, finanziert von Unternehmen, staatlichen Fördergebern oder Stiftungen. Sie machen Großprojekte, spezielle Geräte oder mehr Personal überhaupt erst möglich. Eigentlich eine feine Sache – solange das Gleichgewicht stimmt.

Gesamtkuchen: TU München vorn

Wenn man nicht auf den Durchschnitt pro Kopf schaut, sondern auf das absolute Volumen, spielt die TU München die größte Rolle: 436 Millionen Euro Drittmittel, gefolgt von der RWTH Aachen (403 Mio.) und der TU Dresden (296 Mio.). Gerade solche Summen zeigen, wie forschungsintensiv und netzwerkstark diese Universitäten im internationalen Vergleich sind.

Disziplinen im Drittmittelwettrennen

Wird man etwas genauer, zeigt sich ein altbekanntes Muster: In den Ingenieurwissenschaften liegt die Drittmittelfortune mit 715.600 Euro je Professur ganz vorn, dicht gefolgt von Medizin und Gesundheitswissenschaften (707.400 Euro). Andere Bereiche wie Agrar- oder Rechtswissenschaften fallen merklich ab. Im Spektrum ganz unten: Kunst und Kunstwissenschaften mit rund 94.800 Euro je Professorin oder Professor – doch lassen sich daraus wirklich Rückschlüsse auf die Qualität ziehen?

Große Unterschiede quer durch Hochschulen

Der Graben zwischen den Hochschularten bleibt breit: Während die Universitäten vorneweg laufen, liegen Fachhochschulen (53.300 Euro je Prof) und Kunsthochschulen (23.800 Euro) deutlich zurück. Im Mittelfeld tummeln sich die Gesamtdurchschnitte mit 225.700 Euro. Solche Zahlen werfen Fragen auf: Wie lässt sich exzellente Forschung überall ermöglichen, ohne bei der Grundfinanzierung auf Kante zu nähen?

Eins jedenfalls lässt sich festhalten: Je teurer Großgeräte und Projekte, desto mehr Drittmittel lassen sich sammeln. Es ist ein System, das nach außen Leistungsfähigkeit signalisiert, intern aber nicht zwingend alle Fächer gleich behandelt – und so neue Herausforderungen für die Hochschulpolitik aufwirft.

Leichter Rückgang der Drittmittel trifft Universitäten

Die durchschnittlichen Drittmitteleinnahmen pro Professur sind 2024 zum ersten Mal seit längerer Zeit leicht gefallen, was viele Universitäten zunehmend unter Druck setzt: Einerseits, weil Forschung ohne externe Gelder kaum auskommt, andererseits, weil Förderquoten immer kompetitiver werden – und Fächer wie Geisteswissenschaften oft das Nachsehen haben. Die Dominanz technischer Universitäten wie RWTH Aachen oder TU München setzt weitere Maßstäbe für die Forschungslandschaft in Deutschland, auch wenn die Unterschiede zwischen einzelnen Fächern teilweise systemimmanent sind und nicht pauschal mit Qualitätsunterschieden verwechselt werden sollten.

Schwankende Drittmitteleinnahmen – aktuelle Entwicklungen laut Medien

Laut taz und FAZ wird in Wissenschaftskreisen diskutiert, inwiefern die zunehmende Ausrichtung auf Drittmittelerfolge die Forschung eigenständig befruchte oder bedrohlich in eine Richtung lenke, die Breite und Grundlagenforschung bedroht. Gleichzeitig weisen aktuelle Analysen (z.B. ZEIT und Süddeutsche) darauf hin, dass insbesondere die Abhängigkeit von privaten Förderern in einigen Fachrichtungen weiter wächst. Neue Initiativen, um kleinere Fächer und Hochschultypen stärker zu fördern, sind politisch zwar gefragt, werden aber bislang nur langsam umgesetzt.

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