Eigentlich wäre es wohl niemandem im Restaurant aufgefallen: Die Gerichte werden warm und aufwendig serviert, die Teller türmen sich in kreativen Arrangements, doch wer genau dahinter steht, bleibt oft unsichtbar. Erst aktuelle Zahlen machen deutlich: 2025 hatte mehr als jeder zweite Koch (ganz genau: 56 Prozent!) in deutschen Küchen eine familiäre Einwanderungsgeschichte.
Überall anpacken, wo Hände gebraucht werden
Es bleibt nicht bei der Gastronomie: In der Lebensmittelherstellung arbeiten 55 Prozent Zugewanderte, beim Bodenverlegen sind es 54, beim Gerüstbau und in der Fleischverarbeitung jeweils 51 Prozent. Man spürt förmlich, hier wird mit angepackt, wo anderen schon längst die Luft ausgeht.
Fahrende Stützen – und Service auf Achse
Busfahrer, Tramfahrer und viele Servicekräfte – überall betragen die Anteile von Mitarbeitenden mit Einwanderungsgeschichte knapp die Hälfte. Zugegeben: Die deutsche Wirtschaft als Ganzes kommt ‚nur‘ auf ein gutes Viertel in dieser Kategorie. Es geht also um ganz besondere, häufig stressige und wenig glamouröse Berufe – lebenswichtig, aber nicht unbedingt mit Traumnoten bei der Berufswahl.
Vergleich: Berufe mit und ohne Fachkräftemangel
Interessant, wie das Bild weitergeht: Kunststoffproduktion 44 Prozent, Trucker auf der Autobahn 41 Prozent Zugewanderte. Dagegen: Nur sieben Prozent im Rettungsdienst. Zwischen den Branchen klaffen große Unterschiede – auffällig häufig stehen die Berufe mit geringerem Einstiegsbarrieren ganz oben.
Integration: Es braucht Zeit (und Geduld!)
Die Integration in den Arbeitsmarkt? Nicht immer ein Selbstläufer: Neuzugewanderte Männer aus der EU sind nach fünf Jahren meist schon kräftig am Schuften (89 Prozent), Frauen hingegen bleiben mit 73 Prozent zurück. Bei Menschen aus Afrika oder dem Nahen Osten liegen die Quoten besonders bei Frauen anfangs niedrig; erst nach Jahrzehnten gleichen sich die Unterschiede an.
Kraftakt: Neue Heimat, neue Arbeit
Zusammengefasst heißt das: Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind das Rückgrat vieler Branchen, in denen Deutsche nicht mehr in ausreichender Zahl arbeiten. Das legt nicht nur die wachsende Abhängigkeit ganzer Wirtschaftszweige von Zuwanderung offen, sondern auch die soziale Verantwortung, neue Perspektiven und echte Teilhabe zu ermöglichen.
Von Hürden, Anerkennung und langen Wegen
Einwanderung ist kein Garant für einen „Traumjob“. Gerade in Bereichen, wo formale Anerkennung und Sprachkenntnisse Hürden sind – Lehramt, Polizei, Pflege etwa – klemmt es häufig. Krankenhäuser und Unternehmen fordern daher: Weniger Bürokratie, mehr Chancen! Was bleibt? Schnellere Anerkennung, bessere Sprache, flexiblere Betreuung und die Aussicht, auch systemrelevante Berufe attraktiver zu machen.
Zusammengefasst: Zuwanderung als Stütze in Mangelberufen
Menschen mit Einwanderungsgeschichte übernehmen zentrale Rollen in Berufen, die von starkem Personalbedarf geprägt sind, vor allem in körperlich fordernden, oft weniger prestigeträchtigen Branchen wie Küche, Bau oder Transport. Die Integration auf dem Arbeitsmarkt gelingt mit der Dauer des Aufenthalts besser, wobei Frauen aus bestimmten Herkunftsregionen weiterhin strukturelle Nachteile haben. Für nachhaltige Integration fordert die Wirtschaft schnellere Anerkennungsverfahren, intensive Sprachförderung und bessere Aufstiegschancen, wie mehrere Nachrichtenportale unterstreichen. Nach neuen Recherchen bleibt dieser Trend nicht unwidersprochen: Zunehmend diskutieren Politik und Gesellschaft darüber, wie fair Arbeitsbedingungen für Zugewanderte tatsächlich sind und ob die strukturelle Abhängigkeit nicht zu einer neuen Form der Ungleichheit führen könnte.