Warum das Elterngeld für viele Familien unverzichtbar ist
Nach der Geburt eines Kindes ändert sich oft alles – nicht nur Schlafrhythmus, sondern auch das Einkommen. Um diese finanzielle Lücke zu überbrücken, gibt es das Elterngeld – eine staatliche Unterstützung, die längst zum festen Bestandteil der Familienplanung geworden ist. 2025 griffen laut Statistischem Bundesamt über 1,6 Millionen Mütter und Väter darauf zurück. Nahezu die Hälfte wählte dabei schon die Elterngeld-Plus-Version – weil sie mehr Flexibilität verspricht, gerade wenn man schon während der Elternzeit wieder ins Berufsleben hineinschnuppern möchte. Realität und Kalkulation gehen aber nicht immer Hand in Hand.
Wer kann Elterngeld beziehen? Was das Einkommen betrifft...
Ganz unabhängig davon, welche Variante gewählt wird: Ab April 2025 gelten verschärfte Regeln. Paare – egal ob verheiratet oder nicht – und Alleinerziehende dürfen gemeinsam nicht mehr als 175.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen haben, wenn sie Elterngeld erhalten wollen. Klingt nach viel, ist aber (durch Abzüge) für so manches Einkommen relevant. Wichtig zu wissen: Das zu versteuernde Einkommen ist nicht das Bruttogehalt auf dem Lohnzettel. Fallen genug Werbungskosten oder Sonderausgaben an, kann das reale Bruttogehalt sogar deutlich darüber liegen, ohne dass man die Grenze reißt.
Wie viel Elterngeld gibt es? Die Höhe und Tricks zur Steigerung
Zwischen 300 und 1.800 Euro monatlich: So viel unterstützt der Staat, abhängig davon, was der betreuende Elternteil netto im Jahr vor der Geburt verdient hat. Ein entscheidender Fakt, den viele verpassen: Die Steuerklasse kann das Elterngeld maßgeblich beeinflussen. Wer rechtzeitig – idealerweise sieben Monate vor Mutterschutz – in eine bessere Steuerklasse wechselt (vor allem aus Steuerklasse 5 oder 4 in 3), erhöht sein Netto und somit die Elterngeldhöhe. Das klingt nach Trickserei, ist aber vollkommen legal – und lohnt sich, sogar für Kurzentschlossene.
Spezialfall: Steuerklassenwechsel bei Beamt:innen
Kleiner, aber wichtiger Unterschied: Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, kann diesen Wechsel noch einen Tick später vollziehen. Ein Monat mehr kann manchmal den sprichwörtlichen Unterschied machen.
Die Steuer holt sich zurück, was sie gibt – Steuerfalle Elterngeld
Was viele nicht auf dem Schirm haben: Elterngeld wird zwar steuerfrei gezahlt, aber es zählt beim sogenannten Progressionsvorbehalt mit. Will heißen: Der persönliche Steuersatz steigt, und aus der Steuererklärung kann eine fette Nachzahlung werden. Ein weiteres Detail am Rande: Wechselt der andere Elternteil nach einer Weile in die Elternzeit und war vorher in einer ungünstigen Steuerklasse, gibt's weniger Elterngeld – Eltern sollten das schon vor der Geburt clever regeln und aufeinander abstimmen.
Der Lohnsteuerhilfeverein (VLH) im Überblick
Wer den Steuerdschungel nicht allein durchqueren will, kann auf Beratung setzen. Die VLH, Deutschlands größter Lohnsteuerhilfeverein, unterstützt bei allen Fragen rund um Steuern, Eltern- und Kindergeld. Wer mag, findet bei ihnen individuelle Beratung – online oder vor Ort – um keine Sparmöglichkeit oder Frist zu verschlafen.
Kontakt und weiterführende Infos
Steffen Gall
Lohnsteuerhilfeverein
Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH)
Fritz-Voigt-Str. 13
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Original von: Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. - VLH via news aktuell
Elterngeld gehört zu den wichtigsten Sozialleistungen für Familien in Deutschland und soll finanzielle Einbußen nach der Geburt eines Kindes abfedern. Die Höhe richtet sich maßgeblich nach dem bisherigen Nettoeinkommen und kann durch rechtzeitigen Steuerklassenwechsel spürbar verbessert werden – ein Ansatz, den viele (noch) nicht nutzen. Seit April 2025 gelten strengere Einkommensgrenzen: Nur Eltern mit maximal 175.000 Euro zu versteuerndem Einkommen (gemeinsam) oder Alleinerziehende darunter bekommen die Leistung noch. Wer Elterngeld bezieht, sollte allerdings die steuerlichen Auswirkungen durch den Progressionsvorbehalt im Blick behalten, denn häufig kommt es am Jahresende zu Nachzahlungen. Zusätzlich gibt es laut Bundesregierung Überlegungen, das Elterngeld gezielter auf Familien mit höheren Bedürfnissen zu konzentrieren, und die politischen Diskussionen der letzten Monate zeigen: Das Thema bleibt gesellschaftlich und finanziell heikel. Medienberichte und Stimmen aus Wissenschaft und Praxis fordern regelmäßig Nachbesserungen, gerade was Flexibilität, Gerechtigkeit und die Absicherung von Alleinerziehenden betrifft. Laut einer Umfrage im Frühjahr 2024 betrachtet mehr als die Hälfte der jungen Eltern die geplanten Einschränkungen als politische Fehlentscheidung.