EnBW: Weniger Offshore-Windkraft, dafür machbarer Ausbau

Georg Stamatelopoulos, Chef des Energiekonzerns EnBW, mahnt die Bundesregierung zu geringeren Zielen beim Ausbau von Offshore-Windkraft – denn die Kosten schießen in die Höhe.

heute 06:48 Uhr | 2 mal gelesen

Offen gesagt, manchmal wirkt die Energiewende wie ein Wettlauf auf rutschigem Untergrund: Man rennt schneller, aber die Richtung fühlt sich unsicherer an. EnBW-Vorstandsvorsitzender Stamatelopoulos hat sich nun in der FAZ zu Wort gemeldet und plädiert für etwas weniger Tempo – zumindest, wenn es um Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee geht. Die bisher von der Bundesregierung geplanten 70 Gigawatt bis 2045? Zu ambitioniert, findet er, angesichts explodierender Kosten: „Windräder, Kabel, alles ist viel teurer geworden. Wer kann das noch bezahlen?“ Ein Rückschritt? Eher eine Kurskorrektur, sagt er, und schlägt 55 Gigawatt als Zwischenziel vor, bevor man eventuell weitergeht. Übrigens: EnBW betreibt bereits einige Windparks wie Baltic I & II, Hohe See und Albatros, bald kommt He Dreiht dazu, der dieses Jahr ans Netz gehen soll.

Stamatelopoulos fordert ein Überdenken der Ausbaupläne für Offshore-Windkraft in Deutschland – die Kosten seien in den vergangenen Jahren um 30 bis 50 Prozent gestiegen. Statt direkt auf die ambitionierten 70 Gigawatt bis 2045 zuzugehen, schlägt er ein flexibleres Vorgehen mit zunächst 55 Gigawatt vor und setzt auf regelmäßige Überprüfung des tatsächlichen Bedarfs und der finanziellen Machbarkeit. Zusätzlich schlägt er eine pragmatischere Regelung zum Netzmanagement vor: Betreiber könnten für begrenzte Zeit auf Entschädigungen verzichten, um die Finanzierung von Projekten transparent und handelbar zu machen. Die Branche leidet aktuell nicht nur unter den gestiegenen Preisen für Technik und Logistik, sondern auch unter Unsicherheit bei Investitionen, politischen Kommunikationsproblemen und langsamen Genehmigungsprozessen. Nach aktuellen Recherchen war der Preisdruck auf Baumaterialien und Spezialschiffe in den letzten Monaten ein großes Thema in Branchenberichten, während Fachmedien ebenfalls die Notwendigkeit flexiblerer Ziele und politischer Klarheit betonen.

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