Engere Bande im Agrarbereich: Deutschland und Japan vertiefen Zusammenarbeit

Die Bundesrepublik Deutschland und Japan setzen künftig verstärkt auf gemeinsamen Austausch und Handel im landwirtschaftlichen Sektor.

vor 55 Minuten | 4 mal gelesen

Anfang dieser Woche in Tokio: Alois Rainer, seines Zeichens Agrarminister aus Deutschland (CSU), und Norikazu Suzuki aus Japan signierten eine gemeinsame Vereinbarung, erfrischend nüchtern 'Protokollerklärung' genannt. Ziel: Mehr Export, mehr Austausch, mehr voneinander lernen – so könnte man die Absichten grob auf den Punkt bringen. Deutschland möchte beispielsweise mit seinem Rotwein auf dem japanischen Markt punkten, während Japan verstärkt Sake und Reis hierzulande sehen will. Spannend daran: Im Hintergrund schwingen globale Herausforderungen wie politischer Druck, bröckelnde Lieferketten und das heiße Eisen Klimawandel unvermeidlich mit. Immerhin – Japan hat einen Eigenversorgungsgrad von lediglich 38 Prozent; die Teuerung bei Lebensmitteln spüren die Verbraucher dort mindestens so heftig wie hierzulande. Teil des Plans ist außerdem – und das finde ich persönlich interessant – ein engerer wissenschaftlicher Dialog, etwa über den Umgang mit Krisen wie der Afrikanischen Schweinepest. Übrigens: Minister Rainer ließ es sich nicht nehmen, beim japanischen Notfallmanagement vorbeizuschauen. Kaum verwunderlich, denn Japan musste häufig aus erster Hand lernen, wie man auf Katastrophen vorbereitet sein sollte. Noch ein überraschender Abstecher: das 'Microalgae Lab' der CHITOSE Group. Hier geht’s um Mikroalgen – winzige Lebewesen, große Hoffnung. Das 'Matsuri-Projekt' soll sozusagen die Mikroalgenwirtschaft in industriellen Dimensionen etablieren. Klingt futuristisch, fast schon ein bisschen wie Science-Fiction.

Kurz gesagt: Deutschland und Japan wollen die Partnerschaft im Agrar- und Ernährungsbereich intensivieren. Der Handel mit ausgewählten Spezialitäten – Rotwein auf der einen, Sake und Reis auf der anderen Seite – steht ebenso auf der Agenda wie der Austausch über Krisenmanagement und neue Technologien. Laut Medienberichten ist die Kooperation nicht nur ökonomisch motiviert: Gerade angesichts der Störungen in globalen Wertschöpfungsketten, die in den letzten Jahren immer klarer zutage getreten sind (wie z.B. durch die Pandemie oder geopolitische Spannungen mit China und Russland), suchen beide Länder stabile Handelspartner und resiliente Strukturen. Weiterhin wurde deutlich, dass neben klassischen Handelsfragen Themen wie Katastrophenvorbereitung (zum Beispiel im Umgang mit Tierseuchen oder Naturkatastrophen) sowie innovative Ansätze – etwa der industrielle Einsatz von Mikroalgen als alternative Proteinquelle und nachhaltige Ressource – im Zentrum des Austauschs stehen. Währenddessen steht die Lebensmittelversorgungssicherheit in Japan im Fokus, das laut Nippon.com weiterhin mit niedriger Selbstversorgungsrate und steigenden Preisen kämpft. Nicht ganz unbemerkt blieb auch der wachsende wissenschaftliche und technologische Austausch; beide Länder setzen seit Jahren auf bilaterale Forschungsprojekte.

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