EU-Digitalkommissarin stellt US-Beschränkungen für KI-Exporte infrage

Henna Virkkunen, zuständig für Digitales in der Europäischen Kommission, äußert grundsätzliche Zweifel an den kürzlich verschärften US-Exportregeln für KI-Technologien von Anthropic.

heute 12:55 Uhr | 3 mal gelesen

Auf die Frage der 'Süddeutschen Zeitung' nach den US-Exportauflagen für die KI-Modelle von Anthropic entgegnete Virkkunen, die US-Strategie sei aus ihrer Sicht nicht der richtige Weg. Schutzmaßnahmen sollten – falls überhaupt notwendig – immer gemeinsam mit anderen Nationen diskutiert und abgestimmt werden. Dadurch werde deutlich, wie dringend Europa eigene Kompetenzen bei künstlicher Intelligenz aufbauen müsse. Virkkunen sieht in der aktuellen Entwicklung nicht nur Risiken, sondern vor allem die Chance, dass die EU endlich beim Thema digitale Souveränität Boden gutmachen kann. Passend dazu: Die Europäische Kommission hat vor kurzem das sogenannte "Tech Sovereignty Package" geschnürt, um die digitale Unabhängigkeit zu stärken. „Wir sagen deutlich: Souveränität hat nichts mit Abschottung zu tun“, so die Kommissarin – doch sie mahnt auch vor fatalen Abhängigkeiten. Ein einzelner Staat sollte es niemals in der Hand haben, Europas technologische Infrastruktur lahmzulegen. Wie sich das Thema um die Sperrung der Anthropic-Modelle weiterentwickle, liege letztlich in US-Händen, kommentiert sie nüchtern. Ihre Grundthese: "Wenn westliche Demokratien bei Künstlicher Intelligenz nicht zusammenarbeiten, verlieren am Ende alle." Bemerkenswert: Sogar Länder, die bislang kaum eingegriffen hätten, würden KI nun strenger betrachten – offensichtlich sickern zunehmende Sorgen um Missbrauch oder Sicherheitsrisiken endlich global durch. Das war längst überfällig.

In einer aktuellen Stellungnahme bekräftigt Henna Virkkunen, EU-Kommissarin für Digitalpolitik, ihre Kritik an den restriktiven US-Exportvorschriften für KI-Systeme von Anthropic. Sie sieht den Alleingang der Vereinigten Staaten skeptisch und mahnt, Sicherheitsfragen stets international anzugehen, um globale technologische Abhängigkeiten zu vermeiden. Zusätzlich verweist sie auf das neue Tech Sovereignty Package der EU, das gezielt die digitale Autonomie Europas stärken soll – ein Thema, das immer drängender wird, bedenkt man das rasante Tempo der KI-Entwicklung. Seit dem Inkrafttreten der US-Maßnahmen sind Debatten über faire Zusammenarbeit auf Augenhöhe und eine neue Absicherung kritischer Digital-Infrastrukturen wieder aufgeflammt. Die Diskussionen spiegeln die verstärkte Besorgnis wider, dass politischer Protektionismus selbst demokratische Werte gefährden könnte – ein Thema, das zuletzt auch auf internationaler Ebene, etwa beim G7-Treffen, deutlich wurde.

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