EU setzt Amazon und Microsofts Cloud-Business aufs Prüfstand

Die EU-Kommission nimmt die mächtigen Cloud-Angebote von Amazon und Microsoft ins Visier und will sie künftig durch den Digital Markets Act stärker regulieren.

heute 09:05 Uhr | 3 mal gelesen

Neues aus Brüssel – und es ist wieder mal einer dieser Tage, an denen große Player wie Amazon und Microsoft vermutlich nervös auf ihre Telefone glotzen. Laut 'Handelsblatt', das sich auf gut informierte EU-Kreise beruft, steht die Kommission kurz davor, den beiden Tech-Giganten offiziell das Label 'Gatekeeper' umzuhängen. Was eigentlich freundlich klingt, bedeutet: Ihr habt zu viel Marktmacht und wir schauen euch jetzt ganz genau auf die Finger. Klar, Cloud ist längst die neue Infrastruktur, teils wichtiger als Straßen und Telefonleitungen. Die EU scheint jetzt wirklich Ernst zu machen – und erwartet bereits bis November eine finale Einordnung. Inzwischen dürfen Amazon und Microsoft ihre Argumente vortragen, vielleicht mit gezähmtem Optimismus. Falls Brüssel sie auf die Liste setzt, gelten strenge Spielregeln. Verstöße? Die kann die Kommission – theoretisch – richtig teuer machen: Strafen in Höhe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Umsatzes stehen im Raum. Und das ist bei diesen beiden Kolossen kein Pappenstiel.

Die EU-Kommission will Amazon und Microsoft vermutlich innerhalb des Digital Markets Acts als sogenannte Gatekeeper einstufen, was für die Cloud-Branche einen folgenreichen Einschnitt bedeuten könnte. Hintergrund ist die enorme Marktmacht der beiden US-Konzerne auf dem Cloud-Markt, die gerade in Europa immer wieder Kritik erfährt – nicht nur wegen Wettbewerbsnachteilen für andere Anbieter, sondern auch wegen Datenschutzaspekten und Abhängigkeiten europäischer Unternehmen vom US-Recht. Jüngsten Medienberichten zufolge prüfen die Brüsseler Behörden bereits seit Monaten, wie die überwältigende Präsenz der beiden Platzhirsche den Wettbewerb einschränkt und Innovation behindern könnte. In den letzten Tagen gab es verstärkt Gespräche zwischen der EU und den Unternehmen. Auch andere große Tech-Konzerne – etwa Alphabet (Google) – wurden in diesem Rahmen bereits überprüft, wobei sich hier die Diskussion stark auf den Cloud-Bereich konzentriert. Die eigentliche Entscheidung fällt erst im November, bis dahin bleibt es spannend, ob neue Vorgaben für Interoperabilität, Anbieterwechsel oder faire Preismodelle kommen.

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