Plötzliche Gefahr am frühen Abend
Manchmal wirft der Alltag einen unerwartet aus der Bahn. Am Donnerstagabend sollte die A5, diese Lebensader zwischen Bühl und Baden-Baden, ab 19:30 Uhr abrupt zum Stillstand kommen. Auch für mich klingt das immer ein wenig surreal – 80 Jahre nach Kriegsende, und immer noch wühlen Maschinen Relikte aus dem Boden, die das öffentliche Leben schlagartig lahmlegen können.
Großräumige Evakuierung: Sicherheit vor Schnelligkeit
Dieses Mal also eine Bombe, gefunden beim Bau an der Gemeinschaftskläranlage. Das Ordnungsamt, der Kampfmittelräumdienst und Landkreisvertreter reagierten routiniert, aber mit spürbarer Ernsthaftigkeit. Innerhalb eines Kilometers galt für die Bevölkerung: schnell die Koffer packen und raus aus dem Unsicherheitsbereich – niemand weiß zu diesem Zeitpunkt, wie zuverlässig die Jahrzehnte alte Technik ist.
Unvorhersehbarkeit als Begleiterscheinung
Wie lange die Sperre dauern würde – eine offene Frage, fast schon sprichwörtlich. Jeder Verkehrsteilnehmer musste sich auf Stau, Umwege und Verspätungen einrichten. Es sind diese Momente, in denen das Netz der Autobahnen, das wir für selbstverständlich halten, plötzlich seine Achillesferse zeigt.
Ganz ehrlich, diese Entschärfungen sind ein kleiner Balanceakt aus Routine und Nervosität: Die Region ist wegen der alten Sprengkörper immer wieder im Ausnahmezustand. Und obwohl die Abläufe (zumindest für Außenstehende) nach Schema F wirken, bleibt am Ende immer ein Rest Unsicherheit: Zündet der Zünder? Finden alle rechtzeitig raus? Funktionieren die Umleitungen?
Schutz der Menschen hat Vorrang
Für die Anwohner und Autofahrer galt: Das Wichtigste ist nicht der Feierabendverkehr oder die schnelle Wiedereröffnung, sondern, dass nichts passiert. Wer musste, wich auf die B3 oder schlich sich durchs Hinterland – oft verbunden mit dem mulmigen Gefühl, wie nah das vergangene Jahrhundert immer noch an unserer Gegenwart kratzt. Behörden informieren fortlaufend, aber warten ist angesagt. Erst wenn alles sicher geprüft, entschärft, freigegeben ist, wird der Verkehr wieder fließen.
Kurz und deutlich: Was war los?
Nahe Sinzheim-Kartung kam es am Donnerstagabend zu einem polizeilichen Großeinsatz: Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe bei Bauarbeiten wurden Anwohner in einem weiten Umkreis evakuiert und die A5 sperrte komplett zwischen Bühl und Baden-Baden. Die Behörden konnten zum Zeitpunkt der Sperrung noch nicht absehen, wie lange die Entschärfung und der Stillstand auf der wichtigen Verkehrsachse dauern würden – auch weil solche Einsätze immer mit Unsicherheiten behaftet sind und die Gefahr nicht unterschätzt werden darf.
Aktuelle Ergänzung aus neuen Quellen
Am 13.06.2024 wurde tatsächlich bekannt, dass die Evakuierung in Sinzheim-Kartung planmäßig ab 19 Uhr startete, mehr als 800 Anwohner betroffen waren, die A5 ab 19:30 Uhr dicht gemacht wurde und es nur vereinzelte Sperrverletzungen gab. Die SWR und andere Medien meldeten zudem, dass trotz der Entschärfung keine größere Panik entstand und Notunterkünfte bereitgestellt wurden. Nach erfolgreicher Entschärfung gegen 21:20 Uhr konnten die Bewohner zurückkehren – laut Polizei und Ordnungsamt verlief der Einsatz reibungslos (Quellen: SWR, Polizei Baden-Baden).