Manchmal sind es die Zwischentöne, die den eigentlichen Fortschritt zeigen: Bei den gerade übergebenen Mietwohnungen sticht vor allem die neuartige Betondecke ins Auge – oder besser gesagt, ins Fundament der Sache. Unter Nutzung von 3D-gedruckten Hohlkörpern wurde hier mutig an Material gespart: Konkret kann der Betonverbrauch um satte 34 Prozent sinken, während die Stabilität keineswegs auf der Strecke bleibt; ein Widerspruch? Offenbar nicht mehr.
Die Wohnanlage umfasst Einheiten von etwa 45 bis knapp 93 Quadratmetern, jeweils mit Freiflächen: Balkon, Terrasse oder sogar Garten sind hier nicht nur schmuckes Beiwerk. Dass Familien und Einzelpersonen gleichermaßen angesprochen werden, unterstreicht die Mischung aus 28 Tiefgaragenplätzen, 14 Außenstellflächen, großzügigen Radabstellmöglichkeiten und Spielplätzen nebst üppigen Grünzonen. Die finanzielle Förderung für das 6,2-Millionen-Euro-Projekt kam von der Salzburger Wohnbauförderung – ein wichtiger Impulsgeber in Zeiten steigender Baukosten.
Bürgermeister Alexander Stangassinger bringt es bodenständig auf den Punkt: 13,70 Euro pro Quadratmeter (inklusive Betriebskosten und Garage) – festgelegt, inflationsgeschützt und realistisch für Durchschnittsverdiener. Es klingt fast zu schön, aber genau das war offenbar das Ziel: Leistbarer Wohnraum, der trotzdem mit Innovation glänzt. Landesrat Martin Zauner sieht das ähnlich und verwies auf die Verbindung von Materialersparnis und gemeinsamer Photovoltaik-Nutzung: "So sollten Neubau und Nachhaltigkeit heute Hand in Hand gehen."
Das BauMinator 3D-System, mit dem die Deckenhülle erstellt wurde, übernimmt die Rolle des Innovationsmotors. Die digitalen Hohlkörper ermöglichen eine Spardose im Deckensystem: 34 Prozent weniger Beton, 26 Prozent weniger Bewehrungsstahl, was wiederum die CO2-Belastung um rund 21 Tonnen senkt. Ergänzend wurde Recyclingbeton samt fortschrittlichem futureBloc für die Wände eingesetzt. "Wir haben jede Bauphase hinterfragt und neue Ideen zugelassen", wie Geschäftsführer Maierhofer betont.
Darüber hinaus sorgt Photovoltaik auf dem Dach für direkten Sonnenstrom innerhalb einer Mietergemeinschaft – viele reden drüber, hier wird’s ausprobiert. Wer Strom bezieht, profitiert doppelt: Die laufenden Kosten sinken spürbar, und auch der ökologische Fußabdruck macht einen Sprung in die richtige Richtung. Geschäftsführer Grundbichler sieht darin die Blaupause für kommende Wohnbauten – Mensch und Umwelt profitieren gleichermaßen. Und – nebenbei – bleibt Wohnraum, der mehr ist als vier Wände und ein Dach. Er kann, muss und sollte mehr leisten.
Salzburg Wohnbau hat in Hallein ein Mehrfamilienhaus mit 28 förderfähigen Mietwohnungen geschaffen, bei dem erstmals in Österreich im großvolumigen Wohnbau eine Decke mit 3D-gedruckten Hohlkörpern umgesetzt wurde. Neben 34 Prozent weniger Beton und erheblicher CO2-Einsparung wurde besonders auf leistbare Mieten (13,70 Euro inkl. Betriebskosten und Garage) Wert gelegt. Die Energieversorgung erfolgt anteilig über eine gemeinschaftlich genutzte Photovoltaikanlage, mit der die Bewohner ihren Stromverbrauch und die Nebenkosten reduzieren können.
Aktuelle Recherchen zeigen: Das Thema bezahlbarer und nachhaltiger Wohnraum wird auch auf europäischer Ebene breit diskutiert – viele Städte testen vergleichbare Ansätze, jedoch meist noch experimentell. Innovative Baustoffe wie recycelter Beton oder modulare Holzbauelemente stehen verstärkt im Fokus, insbesondere um den CO2-Ausstoß weiter zu senken. Energetische Gemeinschaften und Mieterstrommodelle gewinnen an Bedeutung, weil sie nicht nur die Umwelt schonen, sondern den Bewohnern direkt finanziell nützen.