Forsa-Befragung: Wovor Frauen in Deutschland sich 2024 am meisten fürchten

Eine aktuelle Befragung von Forsa im Auftrag von RTL und ntv deckt deutliche Unterschiede in den Sorgen von Frauen und Männern auf. Preisanstieg, Wohnungsnot und die Angst vor militärischen Konflikten treffen Frauen besonders hart. Alter und Wohnort bestimmen zusätzlich, was uns Sorgen bereitet.

03.11.26 16:00 Uhr | 3 mal gelesen

Geschlechterunterschiede bei den größten Sorgen

Die neuesten Zahlen aus dem Forsa-Sorgenbarometer – diesmal für RTL und ntv – haben mir ehrlich gesagt einen kleinen Denkzettel verpasst. Frauen scheinen momentan spürbar besorgter zu sein als Männer, besonders wenn es um einen möglichen Kriegseintritt Deutschlands geht: Satte 68 Prozent der Frauen äußern starke Befürchtungen, während bei den Männern 'nur' 47 Prozent dieses Unbehagen teilen.

Preissteigerungen treffen vor allem Frauen – und nicht nur finanziell

Insgesamt 1009 Personen wurden befragt, ein Querschnitt – ja, repräsentativ. Besonders auffällig: 88 Prozent der Frauen machen sich wegen der kletternden Lebenshaltungskosten Sorgen, bei Männern sind es immerhin 79 Prozent. Aber hier scheinen Belastung und Wahrnehmung tatsächlich auseinanderzugehen – vielleicht, weil Frauen oft diejenigen sind, die Haushaltskassen führen oder sich auf dem Wohnungsmarkt besonders schwertun.

Linksextremismus und Zuwanderung: Männer auf den ersten Plätzen

Die gesellschaftlichen „Lieblingsthemen“ verschieben sich bei Männern. Männer sorgen sich vor allem bei Zuwanderung (58 % gegenüber 54 % der Frauen) und Linksextremismus. Hier überholen sie sogar: 63 Prozent der Männer beunruhigt die Entwicklung, während es bei Frauen 57 Prozent sind. Ein merklicher Unterschied – eigentlich fast schon überraschend.

Junge Generationen und das Misstrauen gegenüber Politikern

Eine Sache, die mir besonders hängenblieb: Die Jüngeren (18 bis 29 Jahre) entwickeln eine enorme Skepsis gegenüber der Leistungsfähigkeit der Bundesregierung – 90 Prozent sehen sie als überfordert an; ein klares Misstrauenssignal. Preisanstieg, drohender Rechtsruck und die eigene Altersvorsorge – alles Themen, mit denen die Generation Klimastreik ringt. Wenn 77 Prozent der jungen Erwachsenen den Klimawandel fürchten (deutlich über Durchschnitt), zeigt das, wie unterschiedlich die Generationen ticken.

Ältere Generationen und die Angst vor Kriminalität

Ab 60 Jahren schwingt bei der Sorge um Kriminalität das meiste Gewicht: 81 Prozent der Älteren nehmen das Thema ernst, im Vergleich zu 50 Prozent der Jungen. Bemerkenswert finde ich, wie sich das über die Lebensspanne verschiebt – bei Linksextremismus sogar noch drastischer, fast doppelt so häufig bei Älteren.

Wohnort – ein unterschätzter Faktor?

In den Zentren explodieren die Sorgen um Wohnkosten: 84 Prozent der Großstadtmenschen fühlen sich davon belastet, in Dörfern und Kleinstädten sind es immerhin noch 70 bis 74 Prozent. Interessanterweise ist der Blick auf Linksextremismus umgekehrt: Je kleiner die Gemeinde, desto größer die Angst. Es scheint, als seien Sorgen in Deutschland mindestens so vielfältig wie die Regionen selbst.

Ungleiche Sorgen, unterschiedliche Lebensrealitäten

Wenn ich einen roten Faden ziehen müsste, dann diesen: Es gibt nicht das EINE Sorgenprofil in Deutschland. Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen, Jung und Alt, Stadt und Land, sie sind spürbar, manchmal sogar frappierend. Preissteigerungen und steigende Mieten machen zwar überall Druck, aber wie sehr diese auf den einzelnen Menschen lasten, entscheidet eben doch noch das eigene Leben. Und vielleicht, das frage ich mich, wäre ein detailliertes Sorgenbarometer für jede Nachbarschaft hilfreicher als ein pauschales für das ganze Land.

Kurze Zusammenfassung

Frauen erleben in Deutschland laut aktueller Forsa-Umfrage mehr Ängste bei Themen wie Preissteigerungen, Wohnkosten und Krieg als Männer. Während Frauen und Jüngere sich stark um ihre Zukunft, Lebenshaltungskosten und soziale Ungleichheiten sorgen, legen Männer mehr Wert auf Themen wie Zuwanderung und Linksextremismus; ältere Menschen bringen verstärkt Kriminalität ins Gespräch. Regional betrachtet spitzen sich Wohnsorgen in Großstädten zu, während in ländlichen Gegenden politische Extreme dominanter wahrgenommen werden.

Aktuelle Einschätzungen und neue Entwicklungen

In den letzten beiden Tagen berichteten Medien verstärkt über die Folgen des Ukraine-Kriegs für die deutsche Bevölkerung, insbesondere im Hinblick auf steigende Preise und Unsicherheit über die Energiesicherheit. Deutschland erlebt weiterhin einen Anstieg der Lebenshaltungskosten: Die Europäische Zentralbank warnt, dass sich die Inflation auf verschiedene soziale Gruppen unterschiedlich auswirkt und die Regierung plant gezielte Hilfsmaßnahmen, um vor allem Familien und sozial Schwächere zu entlasten. Außerdem wird gegenwärtig viel diskutiert, ob und wie politische Kommunikation und soziale Medien die Sorge der Bürger noch verstärken – einige Soziologen und Kommunikationswissenschaftler fordern neue Ansätze für einen konstruktiven politischen Diskurs sowie einen gezielten Schutz psychischer Gesundheit.

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