Die Spuren jenes regengepeitschten Sommers 2021 sind, trotz des eifrigen Wiederaufbaus, noch nicht vergessen. In den Köpfen und Herzen vieler bleiben die zerstörten Brücken, eingerissenen Häuser – und der Schock, wie schnell aus einem normalen Tag eine Katastrophe werden kann. Kaum zu glauben: 2021 war für die DEVK das kostspieligste Schadenjahr seit ihrer Gründung. Vorstand Dr. Michael Zons nutzt den Gedenktag, um auf den Klimawandel hinzuweisen, der solche Extremwetter wahrscheinlicher macht. Und so wie er sprechen aktuell wieder viele über die Bedeutung umfassender Versicherungen gegen Naturgefahren, damit im Ernstfall die Existenz nicht auf dem Spiel steht.
Was sich im Bewusstsein verändert hat? Überraschend viele – laut aktueller Civey-Umfrage sind es 66% der Deutschen – rechnen inzwischen zuhause mit Wasserschäden durch Starkregen oder Überflutung. Andere Elementarrisiken wie Erdrutsch oder Erdbeben sind zwar bekannt, wirken aber im Vergleich weiter entfernt.
In der Technikwelt entwickelt sich derweil viel: Künstliche Intelligenz kann mittlerweile mit erstaunlicher Präzision Überschwemmungsgefahren vorhersagen – manchmal besser als das Bauchgefühl der Menschen oder alte Schadensstatistiken. Die DEVK setzt mittlerweile nicht nur auf übliche Zonenmodelle, sondern nimmt auch moderne KI-basierte Risikoprognosen zur Hilfe – gerade für Regionen, die laut bisherigen Daten vermeintlich sicher galten. Ein Ahrtal, das von solch einer Katastrophe nie wirklich bedroht schien? Das Beispiel bleibt Mahnung.
Und wenn es um Schutzmaßnahmen geht: Laut Umfrage meinen die Leute vor allem, Bund und Länder müssten investieren – mehr Hochwasserschutz, andere Flächennutzung, noch ein bisschen am Baurecht schrauben, und natürlich den Katastrophenschutz ausbauen. Nur ein Fünftel glaubt, dass private Schutzmaßnahmen entscheidend sind, was zumindest zum Nachdenken anregt.
Gerade weil viele mit den Kosten von Präventionsmaßnahmen kämpfen, bezahlt die DEVK mittlerweile auch Beratungen oder den Hochwasserpass nach größeren Schäden – mit bis zu 2.000 Euro Zuschuss. Damit will man verhindern, dass alte Fehler immer wieder passieren.
Aktuell sind – das überrascht ein wenig – nur 57 Prozent aller Wohngebäude deutschlandweit gegen erweiterte Naturgefahren versichert. Im Kundenbestand der DEVK sind es immerhin 68 Prozent, da die Kölner das sogenannte Opting-Out-Prinzip verfolgen: Wer nicht ausdrücklich widerspricht, bekommt den Schutz automatisch dazu.
Ob eine Elementarschaden-Versicherungspflicht das Problem löst? Zons sieht sie grundsätzlich als sinnvoll, mahnt aber, dass Prävention und solidarische Rückversicherungslösungen dazugehören müssen, damit Risikoprämien niemanden an den Rand drängen. Versicherung kann keine Flut verhindern, das stimmt. Aber sie gibt einem Haus, nachdem das Wasser weg ist, eine zweite Chance.
Die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal jährt sich zum fünften Mal – und markiert bis heute einen traurigen Wendepunkt für viele Betroffene und die deutsche Versicherungslandschaft. Die DEVK hebt anlässlich dieses Jahrestags die gewachsenen Risiken durch Extremwetter hervor und setzt auf neue Technologien wie KI, um Naturgefahren besser einschätzen zu können. Die Debatte um eine bundesweite Versicherungspflicht gegen Elementarschäden nimmt Fahrt auf, allerdings gibt es laut aktuellen Medienberichten weiter Streitpunkte rund um die konkrete Ausgestaltung, besonders zur finanziellen Tragbarkeit für Hausbesitzer in besonders gefährdeten Gegenden. Der Deutsche Bundestag diskutiert derzeit eine bundesweite Pflichtversicherung gegen Elementarschäden, wobei die Länder zuletzt mehr Mitspracherecht gefordert haben und die Finanzierung von Hochwasserschutzmaßnahmen zunehmend als Gemeinschaftsaufgabe betrachtet wird. Berichten zufolge wächst das öffentliche Bewusstsein für das Thema: Viele Bürger fühlen sich zunehmend gefährdet und unterstützen Forderungen nach Investitionen in bauliche Prävention sowie in den Ausbau von Frühwarnsystemen. Neben Versicherungslösungen diskutieren Medien auch über innovative, vor Ort umsetzbare Schutzmaßnahmen wie mobile Flutbarrieren, smartere Stadtplanung und technologiegestützte Frühwarnungen. Die Versicherungsbranche reagiert mit gezielten Anreizen für Prävention und setzt immer stärker auf datenbasierte Risikomodelle, um den Herausforderungen von morgen gewappnet zu sein.