Generation Z zwischen Schlaflosigkeit und Selbstoptimierung: Y-Kollektiv-Reportage in der ARD-Mediathek

Frankfurt am Main – Wer glaubt, dass schlaflose Nächte nur ein Problem des Alters sind, irrt gewaltig. Längst grübeln und wälzen sich auch viele junge Erwachsene durch die Dunkelheit. Y-Kollektiv-Reporterin Luisa Dickmänken kennt das aus eigener Erfahrung und geht in ihrer neuen Doku den kuriosen und manchmal riskanten Methoden der Selbsthilfe auf den Grund. Ab Montag, dem 13. Juli, ist der 30-minütige Film in der ARD Mediathek abrufbar und läuft am 21. Juli um 22 Uhr im hr-fernsehen.

heute 10:28 Uhr | 1 mal gelesen

Schlaf und junge Leute – ein Widerspruch? Keineswegs. Luisa Dickmänken, selbst geplagte Nachteule, gibt in ihrem Film einen ehrlichen, manchmal auch sehr persönlichen Einblick in das Dilemma junger Menschen, die nicht zur Ruhe kommen. Eine Zahl, die wachrüttelt: Fast sechs von zehn zwischen 18 und 29 greifen bereits zur Pille, zur Tropfenflasche oder zu Pülverchen, um irgendwie durch die Nacht zu kommen. Neben Klassikern wie Baldrian oder Melatonin gibt es eine regelrechte Flut von Lifehacks im Netz, die unter dem Schlagwort "Sleepmaxxing" viral gehen. Oft stehen sich absurde und teils gefährliche Ideen gegenüber: Da kleben sich Leute nachts den Mund zu oder hängen sich mit abenteuerlichen Apparaturen an die Zimmerdecke – Hauptsache, am Ende steht der Traum vom besseren Schlaf. Auch Biohacking, ein Feld der radikalen Selbstoptimierung, macht vor den Nachtstunden längst nicht mehr Halt. Für viele ist der Schlaf eine neue Stellschraube für mehr Leistung, Gesundheit oder sogar ein längeres Leben. Dickmänken trifft in ihrer Recherche Jugendliche und junge Erwachsene, die von emotionalen Tiefpunkten durch Schlafmangel berichten, probiert selbst Trends aus und stößt dabei auf ein ganzes Ökosystem von Schlafberater:innen, Influencer:innen und Experimentierfreudigen, aber auch auf Unsicherheiten, Frust und Zweifel.

Schlafprobleme sind längst auch in der Generation Z angekommen, beeinflusst von Leistungsdruck, digitaler Dauerbeschallung und experimentierfreudigen Internet-Trends. Fast 60 Prozent der jungen Erwachsenen greifen teilweise zu Mitteln oder ungewöhnlichen Methoden, um endlich Schlaf zu finden; dabei geraten jedoch viele in einen Kreislauf aus Selbstoptimierung und neuer Unsicherheit. Hans-Günter Weeß, Schlafmediziner, warnt auf taz.de davor, dass übertriebene Selbstkontrolle und ständiges Tracking die Schlafproblematik eher verschärfen ([Quelle: taz.de](https://taz.de)). Studien, etwa in der Süddeutschen Zeitung, heben hervor, wie sehr Smartphones und Social Media das Einschlafen verzögern und die Schlafqualität mindern ([Quelle: sueddeutsche.de](https://sueddeutsche.de)). Ein Artikel auf spiegel.de spiegelt die steigende Nachfrage nach Schlaf-Apps wider, betont aber auch, dass Schlaf ein zutiefst individuelles Bedürfnis bleibt und Routine wichtiger ist als jeder Trend ([Quelle: spiegel.de](https://spiegel.de)). Interessanterweise beschäftigen sich viele aktuelle Beiträge auch damit, wie politischer und wirtschaftlicher Stress, Klimakrise und Zukunftsängste verstärkt ins Schlafzimmer wandern, was bislang kaum im öffentlichen Diskurs auftaucht.

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