Grimm: Abschied von Minijobs als Chance für das Rentensystem

Ökonomin Veronika Grimm spricht sich für die weitgehende Abschaffung von Minijobs aus – und sieht darin einen dringend nötigen Schritt zur nachhaltigen Sicherung der Renten.

vor 48 Minuten | 2 mal gelesen

Dass unser System wackelt, spürt wahrscheinlich jeder, der sich Gedanken über die Rente macht. Wirtschaftsexpertin Veronika Grimm befürwortet die Idee, Minijobs – von einigen Ausnahmen wie bei Studierenden abgesehen – weitgehend abzuschaffen. Die aktuellen Überlegungen der Rentenkommission, darunter auch die Anpassung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung oder das Aus für die abschlagsfreie Rente mit 63, hält sie für sinnvoll. Ihrer Ansicht nach reizt die Möglichkeit zu Minijobs besonders Geringverdiener dazu, in prekären Jobs zu verharren, statt nachhaltige Beschäftigung zu suchen. Mit einigem Stirnrunzeln betrachtet Grimm hingegen den Vorschlag, Selbstständige zwangsweise in das Rentensystem aufzunehmen: Ihrer Meinung nach würde dieses wenig lukrative Modell die Selbstständigkeit noch weniger attraktiv machen. 'Warum sollte man hier nicht auf Eigenverantwortung – sprich kapitalgedeckte Vorsorge – setzen?', fragt sie. Was Beamte betrifft, sieht sie – anders als manche Politiker – keinen Sinn darin, sie nun in die gesetzliche Rente einzubinden. Das brächte mehr Verwaltungsaufwand als Vorteile, so Grimm. Klingt nach nüchterner Ökonomie, ist aber eigentlich vor allem eine Frage der Perspektive: Wollen wir nachhaltige Anreize, oder bloß kurzfristige Pflaster?

Veronika Grimm, Mitglied des Sachverständigenrates, bewertet insbesondere das Vorhaben der Rentenkommission, Minijobs – mit Ausnahme der Studierenden – fast gänzlich abzuschaffen, als sinnvollen Schritt zur Stärkung des Rentensystems. Die durch Minijobs geschaffenen Fehlanreize führten laut Grimm zu mehr Unsicherheit und verhinderten, dass Geringverdiener in langfristige Erwerbsverhältnisse wechselten. Zuletzt wurde die Debatte um die Rentenreform von Themen wie der generellen Pflichtversicherung für Selbstständige und der Integration von Beamten ins gesetzliche System bestimmt; Grimms Perspektive ist hierbei eindeutig: Flexibilität und Wahlmöglichkeiten seien vor allem für Selbstständige essenziell, und ein Gießkannenprinzip schade mehr als es nütze. Neue Entwicklungen: Nach aktuellen Medienberichten bleibt die Debatte über die Zukunft von Minijobs und die Ausgestaltung der Rentenversicherung weiterhin kontrovers. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert parallel zur Abschaffung von Minijobs mehr Anstrengungen für gute Arbeit, während betroffene Branchen wie das Gastgewerbe vor bürokratischem Mehraufwand warnen. Die Bundesregierung lotet noch den politischen Konsens aus – dabei gibt es Widerstand aus Teilen der FDP, die Flexibilität und Arbeitsplatzerhalt im Niedriglohnbereich betonen. Außerdem diskutieren Experten derzeit verstärkt über nötige Qualifizierungsmaßnahmen für Menschen, die aus Minijobs ausscheiden. In vielen Kommentaren wird darauf hingewiesen, dass die Zukunft des Rentensystems nicht nur von Finanzierungsfragen, sondern auch von der gesellschaftlichen Anerkennung und Teilhabe abhängt.

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