„Gewalt auf Demonstrationen lehnen wir grundsätzlich ab, das ist völlig klar“, stellte Brantner in einem Gespräch mit der 'Bild'-Zeitung fest. Mit Blick auf den Vorfall nannte sie es einen tragischen Einzelfall und äußerte ihr Bedauern – Genesungswünsche eingeschlossen. Sie erinnerte daran, dass der Schutz der Pressefreiheit ein absolutes Grundrecht darstellt, bei dem es keinerlei Kompromisse geben darf. Auffällig war für Brantner auch, dass am Wochenende zehntausende Menschen friedlich auf die Straßen gegangen sind – ein Signal, vielleicht, wie stabil der demokratische Geist trotz mancher Erschütterungen ist. „Wenn Bürgerinnen und Bürger sich klar gegen Rechtsradikalismus und für eine offene Gesellschaft einsetzen, zeigt das Stärke“, betonte sie.
Bei der CDU ging das Echo in eine ähnliche Richtung. Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der Unionsbundestagsfraktion, urteilte: „Wer Journalisten mit Gewalt begegnet, dem fehlt das Verständnis für unsere Demokratie. Presse- und Meinungsfreiheit tragen schließlich unsere freiheitliche Gesellschaft – das gilt, ohne Ansehen der politisch motivierten Richtung.“ Man könne, an dieser Stelle, also schwerlich mehr Einigkeit erwarten, was Verurteilung von Gewalt betrifft.
Die Grünen und die CDU verurteilen unisono den Angriff auf Pressevertreter beim AfD-Parteitag in Erfurt und unterstreichen die Bedeutung von Meinungs- und Pressefreiheit für die Demokratie. Brantner hebt hervor, dass trotz dieses Vorfalls zehntausende Menschen friedlich demonstrierten – ein positives Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Laut aktuellen Berichten wurde der Journalist während der Proteste von mehreren Personen attackiert; der Deutsche Journalisten-Verband sieht darin eine verstärkte Bedrohungslage für Medienschaffende in Deutschland. Die Problematik wiegt umso schwerer, da in den vergangenen Jahren sowohl linksmotivierte als auch rechtsextreme Angriffe auf Journalist:innen zunehmen – dies wurde vergangene Woche etwa auch im Deutschen Bundestag diskutiert. In den Medien wird aktuell auch die Rolle von Sicherheitskräften und die Grenzen der Versammlungsfreiheit intensiv erörtert, insbesondere, wie schwierige Situationen bei Großdemonstrationen besser entschärft werden können.