Ricarda Lang sparte nicht an klaren Worten: 'Die maximale Bezugsdauer wird einfach mal um zwei Monate gekürzt. Das bedeutet: Familien erhalten weniger Unterstützung, ihnen fehlt die Planbarkeit im Alltag.' Das sagte sie laut Funke-Mediengruppe am Mittwoch. Besonders für junge Eltern bedeute das echte Härte – der Spagat zwischen Kind, Job und Budget werde noch schwieriger zu bewältigen. Viele könnten es sich schlichtweg nicht leisten, das volle Elterngeld auszuschöpfen, so Lang. Sie kritisierte, dass gerade die besser bezahlte Person – meist der Vater – nicht auf sein Gehalt verzichten kann, weshalb die tatsächliche Elternzeit oft auf neun bis elf Monate schrumpfe. Die Lücke bis zum Kindergartenstart? 'Die bleibt hängen – wieder meist an den Müttern, in Form von unbezahltem Urlaub.' Dass Gleichstellung hier als angebliche Rechtfertigung für Kürzungen herhalten müsse, nennt Lang scheinheilig. 'Von so einer Sparmaßnahme profitiert keine Familie', stellt sie klar. 'Wer bei den Familien spart, sollte sich über sinkende Geburtenzahlen nicht wundern.' Nach Lang fehlen nicht die Appelle an die Väter, sondern die Rahmenbedingungen: Mehr Kitaplätze, familienfreundliche Arbeitszeiten, endlich echte Lohngleichheit zwischen Mann und Frau – dazu habe die Bundesregierung kaum etwas beigetragen. Auch die Erhöhung der Minimal- und Maximalbeträge kritisiert sie als viel zu spät und bei weitem nicht ausreichend. Ihr Vorschlag: Die Anpassung müsste regelmäßig und automatisch erfolgen, orientiert an der Inflation. Laut Gesetzesentwurf von Ministerin Karin Prien (CDU) soll das Elterngeld künftig nur noch für maximal zwölf Monate ausgezahlt werden, davon drei Monate zwingend pro Elternteil, sechs weitere Monate flexibel.
Die Grünen-Politikerin Ricarda Lang kritisiert die geplante Verkürzung des Elterngelds scharf und warnt, dass die Änderungen gerade junge Familien belasten und die Gleichstellung zwischen Müttern und Vätern zur bloßen Fassade machen. Die tatsächliche Zeit, in der Väter Elternzeit nehmen könnten, bleibt durch fehlende strukturelle Verbesserungen und Gehaltsunterschiede oft Theorie, sodass Mütter weiterhin den Großteil der Kinderbetreuung übernehmen. Lang fordert daher nicht nur eine automatische Anpassung der Elterngeldbeträge an die Inflation, sondern grundsätzlich bessere Bedingungen für Eltern, wie mehr Kitaplätze, flexiblere Arbeitszeiten und finanzielle Gleichstellung; ohne diese bleiben Reformen ihrer Meinung nach halbherzig.
Internet-Recherche zeigt, dass aktuell zahlreiche Stimmen – von Sozialverbänden, Opposition und auch Gewerkschaften – die Pläne der Bundesregierung kritisieren, während die Regierung die Reformen als notwendigen Schritt zur Haushaltssanierung verteidigt. In den Debatten um die Sinnhaftigkeit wachsender finanzieller Belastungen für Familien angesichts stagnierender Geburten- und Erwerbsquoten werfen viele Experten die Frage auf, ob kurzfristige Sparmaßnahmen nicht langfristig mit gesellschaftlichen Kosten – etwa bei Rentenfinanzierung oder Fachkräftemangel – bezahlt werden. Auffällig ist auch, dass verglichen mit anderen Nachbarländern Deutschland in Sachen Familienfreundlichkeit noch immer Nachholbedarf hat; diskutiert werden daher nicht nur die Höhe und Dauer des Elterngelds, sondern ganz grundsätzliche Fragen der gesellschaftlichen Anerkennung von Familienarbeit.