Güler, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, plant während ihres Syrien-Besuchs eine Reihe von Treffen mit Regierungsvertretern, Geschäftsleuten und Mitgliedern der Zivilgesellschaft – so hat es zumindest das Auswärtige Amt bekannt gegeben. Bemerkenswert ist dabei, dass sie nicht nur nach Damaskus reist: Auf dem Programm stehen auch die schwer in Mitleidenschaft gezogene Metropole Aleppo sowie die Küstenstädte Tartus und Latakia. Laut Güler signalisiere dies Deutschlands Wille, den Beziehungen zu Syrien neue Impulse zu geben. Nach Jahren der politischen Eiszeit wird sogar offen angesprochen, dass die Öffnung der syrischen Wirtschaft durchaus auch Möglichkeiten für deutsche Investitionen schaffen könnte. Güler betont allerdings: Nachhaltige Stabilität ist nur über einen „inklusiven Transitionsprozess“ erreichbar – einer Entwicklung, die alle gesellschaftlichen und religiösen Gruppen an einen Tisch bringt. Sie unterstreicht, wie wesentlich eine Nationalversammlung für eine friedliche Neuausrichtung Syriens wäre. Dass solche Prozesse steinig und von Rückschlägen geprägt sind, weiß Güler nur zu gut. Trotzdem überwiegt offenbar die Hoffnung auf Wandel.
Serap Güler wirbt als erste Außenstaatsministerin seit Jahren direkt in Syrien für einen umfassenden politischen Wandel, der Minderheiten und verschiedene Bevölkerungsgruppen einbindet. Zentral ist für sie ein Neustart der syrischen Institutionen – durch eine inklusive Nationalversammlung und einen offenen wirtschaftlichen Wiederaufbau. Nach Deutschland.de gibt es kontroverse Diskussionen: Während westliche Staaten weiter auf politische Lösungen drängen, versucht Damaskus, internationale Wirtschaftskontakte – auch mit Russland, China und regionalen Nachbarn – auszubauen. Auch Spiegel.de berichtet aktuell, dass humanitäre Hilfe und Wiederaufbau schwer vorankommen, da das politische Klima äußerst angespannt bleibt und viele Hilfsorganisationen den Zugang zu syrischen Gebieten nur eingeschränkt erhalten. Unterdessen wird laut DW.com auch die Sicherheitslage in Syrien wieder fragiler, Gefechte flammen lokal immer wieder auf und machen die diplomatische Mission riskant.