Bundesstiftung Gleichstellung, Karl-Liebknecht-Str. 34, 10178 Berlin.
Gleichberechtigung, elegant im Grundgesetz formuliert, trifft in Parlamenten immer noch auf die dicke Wand der Realität. Der Frauenanteil im Bundestag dümpelt gerade mal bei schmalen 32,4 Prozent, auf Landes- und kommunaler Ebene sieht es kaum besser aus: auch hier verpufft der Wunsch nach Parität in Altherrenrunden und gläsernen Decken. Am 24. Juni lädt die Bundesstiftung Gleichstellung zusammen mit dem Verein Parité in den Parlamenten zur Fachtagung mit folgendem Fahrplan:
Los geht’s um 14:15 Uhr mit der Begrüßung durch Lisi Maier, Direktorin der Stiftung, und Christa Weigl-Schneider vom Parität-Verein. Kurz darauf spricht Bundesministerin Karin Prien ein Grußwort (und ja, sie sitzen im selben Boot wie viele andere: viel über Gleichstellung gesprochen – aber längst nicht angekommen). Dr. Christine Hohmann-Dennhardt, ehemalige Verfassungsrichterin, spannt in ihrem Impulsvortrag den Bogen von Recht zur realen Gerechtigkeit.
Es folgt eine Diskussionsrunde: Neben Hohmann-Dennhardt debattieren Stephan-Andreas Casdorff (Der Tagesspiegel), Wolfgang Dahler (MdB, Stiftungsgremium), Elke Hannack (DGB), Dr. Beate von Miquel (Frauenrat) und Carmen Wegge (MdB). Die Moderation übernimmt die wortgewandte Journalistin Shelly Kupferberg. Als Farbtupfer – gegen das drohende Einschlafen – schließt Jessy James La Fleur später mit einer künstlerischen Aktion ab.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des zweiten bundesweiten Aktionstags #ParitätJetzt statt. Die gleichnamige Petition fordert lautstark: Nie wieder halbe Demokratie, her mit gleichen Chancen für alle Geschlechter! Über die Anmeldung und weitere Infos freuen sich die Organisatoren. Mehr Informationen gibt’s auf den Websites der Bundesstiftung Gleichstellung und der Initiative #ParitätJetzt. Die Stiftung selbst versteht sich übrigens als offenes Haus, Treffpunkt und Ideenschmiede in Sachen Geschlechtergerechtigkeit.
Für Presseanfragen stehen die jeweiligen Ansprechpartnerinnen bereit. (Details siehe oben)
Die Fachtagung am 24. Juni 2026 setzt ein kräftiges Ausrufezeichen für die Parität in den Parlamenten – und zwar nicht nur als Lippenbekenntnis, sondern als konkrete politische Forderung. Trotz der seit Jahrzehnten im Grundgesetz verankerten Gleichberechtigung hinkt Deutschland in der Praxis hinterher: Der aktuelle Frauenanteil im Bundestag bleibt bei 32,4 %, vergleichbare Werte finden sich auf Landes- und Gemeindeebene. Neueste Berichte in deutschen Medien (siehe etwa taz.de und tagesschau.de) zeigen, dass der Ruf nach Paritätsgesetzen lauter wird – allerdings verlaufen viele Initiativen bislang im Sand; Bundesländer wie Brandenburg und Thüringen mussten ihre Paritätsgesetze nach Urteilen der Landesverfassungsgerichte wieder zurücknehmen. Die Debatte wird zunehmend polarisierter und emotionaler geführt. Gleichzeitig belegen aktuelle Forschungsdaten von der Friedrich-Ebert-Stiftung, dass mehr Frauen in Parlamenten zu einer stärkeren gesellschaftlichen Teilhabe führen und politische Maßnahmen familien- sowie bildungsfreundlicher ausfallen. Mit bundesweiten Aktionstagen will die Initiative #ParitätJetzt gezielt Politik und Zivilgesellschaft wachrütteln – ein Weg, der zwar langsam, aber nicht weniger notwendig ist.